Beuys und der Bauzaun: Besuch in der Kunsthalle

Heilbronn - Rund um den Bauzaun am Nordflügel hatten sich die drei Dutzend Aktivisten, die der Kunsthalle Vogelmann jetzt einen Besuch abstatteten, kennengelernt.

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Heilbronn - Protestplakate haben sie in die Ausstellung "Beuys für alle" in die Kunsthalle Vogelmann mitgebracht und Fotos. Und eine Portion Erregung. Kein Wunder, wurde ihr Leben in den letzten paar Monaten vollkommen auf den Kopf gestellt. Der Stuttgarter Bahnhof, respektive dessen Rettung, ist ihnen zum Lebensinhalt geworden. Rund um den Bauzaun am Nordflügel hatten sich die drei Dutzend Aktivisten, die der Kunsthalle Vogelmann jetzt einen Besuch abstatteten, kennengelernt.

Neugierig auf ihren Joseph Beuys sind sie, gerne lassen sie sich von Kuratorin Rita E. Täuber in die Gedankenwelt des Menschen von Niederrhein einführen. Beuys hatte schließlich das Prinzip der Sozialen Plastik entwickelt. Und was ist ihr Bauzaun, der Anfang Dezember von Mitarbeitern des Stuttgarter Hauses der Geschichte demontiert wurde, wenn nicht eine Soziale Plastik?

3500 Objekte, Collagen und Zeichungen, Meinungsäußerungen jeglicher Art, hingen an ihrem Zaun. Auch eine Klorolle. "Eine drastische Meinungsäußerung eines anonymen Bauzaunkünstlers", wie Ulrich Weitz anmerkt. Plaudernd zieht die Gruppe unter der Co-Moderation von Täuber und Weitz durch die Heilbronner Ausstellung.

Weitz, der in Stuttgart eine Agentur für Kunstvermittlung unterhält, wurde in den letzten Monaten zu einem der Köpfe von Stuttgart 21. Nachdenklich bleiben die Aktivisten zwischen dem von der Decke der Kunsthalle baumelnden Filzanzug und dem Beuys-Plakat mit dem sprechenden Titel "Wir sind die Revolution" stehen. Direkte Demokratie hatte Joseph Beuys in den 70er und 80er Jahren eingefordert. Heute wäre er einer von ihnen. mia


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