Demo gegen Neonazis startet am Mord-Tatort

Heilbronn - Mit Erschrecken haben Bündnisse und Migrantengruppen die Nachrichten über die bundesweite Mordserie der Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" aufgenommen. Jetzt wollen sie ein Zeichen gegen Fremdenhass und braune Gewalt setzen.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

Heilbronn - Mit Erschrecken haben Bündnisse und Migrantengruppen die Nachrichten über die bundesweite Mordserie der Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" aufgenommen. Jetzt wollen sie ein Zeichen gegen Fremdenhass und braune Gewalt setzen.

Zu einer Kundgebung unter dem Motto "Kein Platz für Rassismus − weder in Heilbronn noch anderswo" rufen die Gruppen am Samstag, 28. Januar, um 11 Uhr zur Kundgebung mit Start an der Theresienwiese auf. Und beginnen exakt an jenem Ort, wo im April 2007 die Polizistin Michele Kiesewetter (22) mutmaßlich von der rechtsextremen Thüringer Terrorzelle erschossen wurde. Auf einer menschenverachtenden DVD hatten sich die Neonazis zu diesem und neun weiteren Morden an Ausländern bekannt.

Feindbild

Einer der Morde sei "quasi mitten unter uns verübt" worden, teilen die Bündnisgruppen im Aufruf mit. Mit den jüngsten Entwicklungen sei "erschreckend deutlich" geworden, "dass die Naziszene systematisch Gewalttaten organisiert und ihr menschenfeindliches Feindbild verbreitet". Mit einer friedlichen Demonstration wolle man ein Zeichen setzen, dass es in Heilbronn "keinen Platz für Rassismus und Nazis gibt".

Organisatoren sind das im Frühjahr 2011 gegründete Bündnis "Heilbronn sagt Nein" unter Federführung des DGB, Migrantengruppen und das von Jugendorganisationen und der Antifa aufgestellte Bündnis "Heilbronn stellt sich quer".

Initiative

Die Idee zu dem Protestzug "kam aus der Bürgerschaft und es ist auch als Bürger-Demo gedacht", stellt DGB-Regionssekretärin Silke Ortwein fest. Sie hofft, dass sich viele Menschen dem Zug anschließen, der über Hauptbahnhof, Synagogenstein an der Allee und Gewerkschaftshaus zum Theater führen wird. Die Bundespolitiker Josip Juratovic (SPD), Ulrich Schneider (Grüne) und Richard Pitterle (Linke) sind nach Informationen Ortweins voraussichtlich mit dabei.