Heilbronner Stimme trauert um Frank Distelbarth

Heilbronn - Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme trauert um Frank Distelbarth. Der Senior-Verleger starb im Alter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in der Nacht auf Freitag in Heilbronn.

Stiller Vordenker: Frank Distelbarth, Alt-Verleger der Heilbronner Stimme.
Heilbronn - Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme trauert um Frank Distelbarth. Der Senior-Verleger starb im Alter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in der Nacht auf Freitag in Heilbronn.

Frank Distelbarth war von 1955 bis 1998 Geschäftsführer und Verleger der Heilbronner Stimme und der Hohenloher Zeitung. Nach der Übernahme der Eppinger Zeitung, der heutigen Kraichgau Stimme, leitete er von 1971 an in gleicher Funktion auch deren Geschicke.

Mit Frank Distelbarth verliert das Medienunternehmen einen bodenständigen Visionär, der als Baumeister des Verlags galt und dessen Entwicklung er bis zuletzt als Ehrenbeiratsmitglied aktiv begleitete. Als Vordenker investierte er in die journalistische Qualität und förderte technische Innovationen.

Pionier

Sein erstes bedeutendes Großprojekt war 1957 der Hochhausbau an der Allee 2 in Heilbronn, dem Stammsitz von Verlag und Redaktion. Es folgten Investitionen wie der Druckhausbau 1970 am Synagogenweg mit der damals schnellsten Rotation in Europa. Pionier war er mit der Umstellung vom Blei- auf den Fotosatz im Jahr 1975.

Zu einer munteren Zeitung gehöre Aufgeschlossenheit gegenüber modernen Techniken, so lautete das Motto von Frank Distelbarth. Dem wurde er 1985 mit dem Fernsehversuch bei der Landesgartenschau in Heilbronn und 1987 mit der Gründung von Radio Regional, dem heutigen Radio Ton gerecht. Eine zukunftsweisende Investition war zudem 1995 der Bau des modernen Druckzentrums im Heilbronner Industriegebiet.

Frank Distelbarth engagierte sich mehr als 30  Jahre  im Vorstand des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), dessen Ehrenmitglied er 1999 wurde. Außerdem war er in der Arbeitsgemeinschaft Journalistischer  Berufsbildung (JBB) als Sprecher des Verlegerverbandes aktiv.

Für seine Tätigkeit als Gemeinderat und stv. Bürgermeister in Löwenstein wurde er Ehrenbürger in seiner Heimatstadt und erhielt die Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg. Zudem wurde Frank Distelbarth das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Nach 42 Jahren als Verleger gab er 1998 das Amt weiter an seinen Sohn Tilmann Distelbarth, der den Verlag gemeinsam mit Bernd Herzberger als Geschäftsführer leitet.

Bodenständigkeit

Frank Distelbarth, der auch im sozialen Bereich stark engagiert war, zeichneten Bodenständigkeit und Bescheidenheit aus. Als ein Chef, der soziale Verantwortung und Fürsorge lebte, genoss er die Anerkennung und Sympathien seiner Mitarbeiter/innen, die an ihm auch die ruhige und stets ausgleichende Art schätzten.

Der Verlag bezeichnete Frank Distelbarth als „bodenständigen Visionär“. „Als Vordenker investierte er in die journalistische Qualität und förderte technische Innovationen.“ Distelbarth war 31 Jahre im Vorstand des Vereins Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV). Die Ausbildung junger Journalisten lag ihm besonders am Herzen. Seine umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit wurde 1988 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. red