Weniger Straftaten im Zabergäu und Leintal

Lauffen - Die Straftaten im Zabergäu und Leintal sind im vergangenen Jahr von 2435 auf 2259 Delikte gesunken - ein erfreulicher Rückgang von 7,2 Prozent. Die Aufklärungsquote ist zum Vorjahr leicht geschrumpft.

Von Rolf Muth

Sexualstraftäter abgetaucht

Revierleiter Jens Blessing ist mit dem Verlauf 2012 zufrieden.

Foto: Muth

 

Lauffen - Die Straftaten im Zabergäu und Leintal sind laut Jens Blessing, Chef des Lauffener Polizeireviers, von 2435 Fällen auf 2259 Delikte gesunken − ein erfreulicher Rückgang von 7,2 Prozent. Knapp 20 Prozent der 11597 Fälle im ganzen Landkreis fallen in diesem Revier an.

Mit Hochdruck wurde nach einem Mörder gefahndet, der im Juli in Lauffen seine Lebensgefährtin mit elf Messerstichen getötet hatte. Noch am selben Tag konnte die Polizei den Täter in einem Keller ausfindig machen und festnehmen. Dort hatte sich der Verbrecher versteckt gehalten.

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote ist gegenüber 2011 (58,4 Prozent) nun mit 54 Prozent leicht geschrumpft. Solche Schwanken hängen auch von der Art der Delikte ab. "Bei einer Körperverletzung, weiß man in der Regel, wer einen geschlagen hat", sagt Blessing. Bei Autoaufbrüchen verschwinden die Täter meist unerkannt. Bei solchem schweren Diebstahl stellt Klein eine Zunahme um 54 auf 290 Fälle fest.

Allein der Diebstahl aus Kraftfahrzeugen ist von 46 auf 128 Fälle gestiegen. "Schwerpunkte", so Klein, "sind der Wanderparkplatz Heuchelberg, das Hörnle Dürrenzimmern und die Ehmetsklinge bei Zaberfeld." Auch beim Parkplatz am Schwaigerner Friedwald werden gehäuft Autos aufgebrochen und ausgeräumt. Blessing rät, "Wertsachen nicht sichtbar im Auto liegen zu lassen und eher im Kofferraum zu verschließen.

Zunahme bei Drogendelikten

Die deutliche Zunahme bei den Drogendelikten ist nicht alarmierend, sondern auf den erhöhten Kontrolldruck der Polizei zurückzuführen. Thomas Klein: "Die Nummer eins ist immer noch Cannabis."

Alkoholkonsum durch Jugendliche, Schlägereien und Beleidigungen halten die Polizei auf Trab. Von den Veranstaltern bekommen sie keinen Alkohol. Dennoch: Die Jugend glüht vor. Und zwar mit Hochprozentigem, den Ältere im Kofferraum mitbringen. So kamen beispielsweise Jugendliche stark betrunken zur Radio-Energy-Party nach Brackenheim. Dort gab es Zoff mit der Security.

Der Revierleiter sieht die Eltern in der Pflicht: "Uns sind die Hände gebunden, wenn wir alkoholisierte Jugendliche nach Hause bringen, und die Eltern lassen sie gleich wieder ziehen." Der Erfolg: Stunden später werden manche Pappenheimer volltrunken von der Streife im Krankenhaus abgeliefert.

Sexualstraftäter abgetaucht
Sexualstraftäter abgetaucht

Die Polizei ist auf der Hut: Von 2259 Delikten wurden 54 Prozent aufgeklärt. Verstärkte Kontrollen haben mehr Rauschgiftdelikte aufgedeckt.

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