Weinberge unter Polizei-Beobachtung

Heilbronn - Während der Weinlese im letzten Herbst kam es in der Region zu massenhaftem Traubendiebstahl. Die Polizei reagiert darauf nun mit Präventionsmaßnahmen. Chefredakteur Uwe Ralf Heer begleitet in seiner Video-Kolumne eine Streife.

Von Adrian Hoffmann

 

Heilbronn - Die Traubenlese ist in vollem Gange. Chefredakteur Uwe Ralf Heer hat sich bei den Dreharbeiten zu seinem Video-Blog in den Heilbronner Weinbergen umgesehen. Begleitet wurde er dabei von einer Polizeistreife, die nach der Traubenklau-Serie vom letzten Jahr mehr Präsenz im Weinberg zeigen will. Außerdem geht es in der Kolumne um Kommunikationsprobleme, Produktionspausen, Reformverzögerungen und Wahlen mit Nebenwirkungen.

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Massen-Traubenklau in 2011

Vielen Wengerter ist es in schmerzhafter Erinnerung geblieben: Während der Weinlese im vergangenen Herbst kam es in der Region zu massenhaftem Traubendiebstahl. Mitunter wurden ganze Weinberge abgeerntet, oftmals nachts und unbemerkt. Die Heilbronner Polizei reagiert darauf dieses Jahr nun mit Präventionsmaßnahmen.

Manfred Speiser und Dirk Breuner von der Offenauer Hundestaffel gehen beispielsweise regelmäßig mit ihren Polizeihunden durch die Weinberge in der Region. Mal präventiv, mal auf Verdacht und erst recht dann, wenn es einen neuen Tatort geben sollte – bislang verlief die Weinlese in der Region aber noch ohne derartige Zwischenfälle. Die Hunde dienen den Polizisten bei ihre Patrouille als Abschreckung.

Im Herbst 2011 wurden in der Region insgesamt mehrere Tausend Kilo Trauben gestohlen. Eine solche Konzentration von Traubendiebstählen im Raum Heilbronn hatte es noch nie zuvor gegeben. Einzelne Wengerter wie Albrecht Löhl aus Flein vermuteten professionelle Banden dahinter. Bei Löhl im Weinberg hatten Unbekannte in 26 Reihen geschätzte 1500 Kilogramm reife Trollingertrauben gestohlen – die unreifen Trauben ließen sie hängen. „Das waren Fachleute“, sagte Löhl damals.

Für die Polizei gestaltete es sich schwierig, Tatverdächtige zu ermitteln. „Es gingen entsprechende Hinweise ein“, sagt Hundeführer Manfred Speiser, „aber die verliefen alle im Sand.“ Deshalb steht derzeit auch die Frage im Raum: Kommt es eventuell wieder zu derartigen Vorfällen? „Man steckt da nicht drin“, sagt Wengerter Albrecht Löhl. „Aber ich vermute, dass es nicht so schlimm sein wird.“ Denn es gebe keine solche Trauben-Knappheit, wie sie 2011 geherrscht habe – somit dürften Traubendiebstähle im großen Stil weniger lukrativ sein.

Ähnlich denkt auch Weinbaupräsident Hermann Hohl und blickt daher gelassen auf die nächsten Wochen. „Man weiß es zwar nie“, sagt auch er, aber dieses Jahr gebe es kaum Betriebe, die Trauben aufkaufen müssten.