Trauer um einen beharrlich Engagierten

Heilbronn - Er war ein Ur-Heilbronner und seine Heimatstadt pries sich glücklich, einen auf so vielen Feldern engagierten Bürger innerhalb ihrer Mauern zu haben. Professor Walter Dörr, der frühere Rektor der Fachhochschule Heilbronn, ist am Samstag 87-jährig gestorben.

Trauer um einen beharrlich Engagierten

Walter Dörr

Foto: Archiv/Sattar

 

Heilbronn - Er war ein Ur-Heilbronner und seine Heimatstadt pries sich glücklich, einen auf so vielen Feldern engagierten Bürger innerhalb ihrer Mauern zu haben. Professor Walter Dörr, der frühere Rektor der Fachhochschule Heilbronn und umtriebiger Kämpfer für die Sanierung des Turms der Kilianskirche, ist am Samstag 87-jährig gestorben.

Walter Dörrs vielfältiges Tun hatte zwei Eckpfeiler: den beruflichen Einsatz des promovierten Ingenieurs für "seine Ingenieurschule", der in den zwölf Jahren an der Spitze die Fachhochschule stattlich ausbaute und Studiengänge wie Tourismus- und Weinbaubetriebswirtschaft möglich machte. Und das ehrenamtliche Werben des tiefgläubigen Christen um Spendengelder für die Sanierung des Turmes der Kilianskirche.

Walter Dörrs Wirken aber war noch weit mehr: Der Kreis-Vorsitzende der Europa Union war Europäer mit jeder Faser, der Stadtrat der Freien Wähler legte den Finger in die Wunde, im Gesamtkirchengemeinderat machte er Kirchturmpolitik im besten Sinne, als Kirchengemeinderat der Südkirche sorgte sich um Christen in Ostdeutschland, dem Partnerschaftsbeauftragten des Lions Clubs Heilbronn-Franken war die Rumänienhilfe ein Anliegen.

Bis zuletzt interessierte er sich brennend für das Ergehen "seiner Hochschule". Regelmäßig schaute sein Nach-Nachfolger als Rektor, Jürgen Schröder, bei ihm vorbei, die beiden verband ein freundschaftliches Verhältnis. 2010 war Dörr maßgeblich an der Gründung der Stiftung für die Hochschule beteiligt und wurde ihr Ehrenvorsitzender. Das Vermögen der von seinem Vater gegründeten Henry-Dörr-Stiftung ging an die Hochschulstiftung über.

Das Nachlassen seiner Kräfte hatte Walter Dörr schon lange gequält. Nach dem Tod seiner Frau Johanna Mitte April verließ ihn auch sein Lebensmut. Die letzten Wochen verbrachte er von Krankheit gezeichnet im Katharinenstift.