Spätregenmission verantwortlich für schwere seelische Verletzungen

Region  Der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelischen Landeskirche stuft die Spätregenmission mit Sitz in Beilstein nicht als Sekte ein. Im Stimme-Interview bestätigt Hansjörg Hemminger aber, dass Menschen dort unter einem Klima von Druck, Angst und Mobbing gelitten haben.

 

 

Die Glaubensgemeinschaft habe sich zu sehr abgeschottet, viele Bewohner seien abhängig von der Mission, weil eine Altersversorgung fehlt. Wegen des großen Anpassungsdrucks innerhalb der Mission ist es laut Hemminger immer wieder zu Konflikten gekommen. Menschen seien aus der Glaubensgemeinschaft hinausgedrängt worden, weil sie den Druck nicht ausgehalten haben. „Das hat schwere seelische Verletzungen verursacht.

Ob die Spätregenmission, allein im Beilsteiner Haus Libanon leben 120 Menschen, eine Zukunft hat, hängt nach Ansicht Hemmingers davon ab, wie sie mit den beiden größten Problem umgeht: der vertuschte sexuelle Missbrauch von Kindern und die erheblichen Finanznöte.

Nötig sei eine klarere Leitungsstruktur und die Abkehr vom System der Prophetie. Dabei definiert sich die Leitungsebene als Ausführende des Heiligen Geistes, was sie unangreifbar und nicht kontrollierbar macht.

Der Weltanschauungsbeauftragte bescheinigt der Spätregenmission, erste Schritte in die richtige Richtung unternommen zu haben. bor