SLK-Kliniken informieren über Skandalarzt

Heilbronn  Heilbronn - Nach der Affäre um den niederländischen Arzt Dr. J.S wollen die SLK-Kliniken in Heilbronn heute die Öffentlichkeit informieren. Dabei geht es auch um die Frage, ob Patienten geschädigt wurden.

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Heilbronn - Innerhalb kürzester Zeit zum dritten Mal kommt der Aufsichtsrat der SLK-Kliniken an diesem Donnerstag zusammen. Der Geschäftsführer der Stadt-Landkreis-Kliniken, Thomas Jendges, sowie Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Himmelsbach werden die SLK-Aufseher über das Ergebnis der Untersuchungen informieren, die durch die Beschäftigung eines niederländischen Arztes in der Neurologie sowie zwei weitere Ärzte ausgelöst wurden.

Am Donnerstagnachmittag werden auch die Medien informiert.

Behandlungsfehler?

Konkret geht es um die Frage, ob durch den Niederländer Dr. J.S., dem in seinem Heimatland strafrechtlich relevante Behandlungsfehler vorgeworfen werden, Patienten am Gesundbrunnen geschädigt wurden. Außerdem prüfte in den vergangenen Wochen die Universitätsklinik Heidelberg, ob durch die Tätigkeit von zwei weiteren Ärzten an den SLK-Kliniken sowie in einem Fall am Hohenloher Krankenhaus Patienten zu Schaden kamen.

Externe Prüfer der Unternehmensberatung KPMG haben sich zudem die Vorgänge in der Klinik-Verwaltung vorgenommen. Dabei geht es um die Überprüfung der Unterlagen, die bei der Einstellung von Honorarärzten vorzunehmen sind.

Auskunft soll es auch zu der Frage geben, wie Chefärzte der SLK-Kliniken mit den Abrechnungen für Privatpatienten umgehen.

Anzeige

Eine Patientenschutzorganisation hat Anzeige wegen Betrugs erstattet: Eine Privatpatientin wurde von dem niederländischen Assistenzarzt behandelt, obwohl sie einen Behandlungsvertrag mit dem Chefarzt hatte. Gleichwohl soll sie anschließend eine Chefarztrechnung erhalten haben. iba