Rund 100 Teilnehmer bei „Spaziergang“ in Heilbronn

Heilbronn  Zu einem „Spaziergang“ durch die Innenstadt haben sich am späten Samstagabend 100 Menschen in Heilbronn getroffen – eigenen Angaben zufolge wollten sie ein Zeichen setzen für mehr Sicherheit. Die Polizei beobachtete die Aktion kritisch. Es gibt Verbindungen zum Rockermilieu.

Die Teilnehmer fanden sich am späten Abend auf dem Heilbronner Kiliansplatz ein und marschierten gegen 22.15 Uhr durch die Innenstadt. Begleitet wurde der Tross von einem größeren Polizeiaufgebot.

Es gehe ihnen darum, Opfern Schutz zu bieten und Kriminelle abzuschrecken – so die Initiatoren des „Spaziergangs“. Sie wollten den Menschen in der Stadt ein verloren gegangenes Sicherheitsgefühl zurückzugeben. „Wir sind keine Art von Bürgerwehr oder rechter Gesinnung noch sonst irgendetwas in dieser Richtung“, schrieb Osman Gümüsay, einer der Administratoren der Facebook-Gruppe, vor wenigen Tagen in einem Beitrag.

Er äußert sich verärgert darüber, dass in der bisherigen Berichterstattung die Bezüge zu Rockergruppierungen erwähnt wurden. Es schreibe ja auch niemand, dass er Kleider für Flüchtlinge sammle und ein Familienmensch sei. Man wolle bewusst nur das Schlechte sehen, so sein Vorwurf.

Die Haltung von Medien, Polizei und Ordnungsamt zu ihrem Tun interessiere ihn nicht, so Gümüsay. Was sie hier machten, diene einzig der guten Sache und zum Schutz schwacher Menschen. Die Aktion habe keinen politischen Hintergrund.

„Glücklich bin ich nicht darüber“, sagt Thomas Nürnberger, Leiter des Heilbronner Polizeireviers, zur Aktion. Unter den Teilnehmern des „Spaziergangs“ gebe es „sicher einige, die schon mal mit uns zu tun hatten“. Er sei überzeugt, dass nicht jeder Bürger die „Helfende Hand“ ergreifen möchte.

Mitglieder der Facebook-Gruppe „Spaziergang Heilbronn“ haben sich bereits am vergangenen Wochenende zum ersten Mal getroffen und sind gemeinsam durch die Innenstadt gelaufen. aho