Richard Drautz gestorben

Heilbronn  Richard Drautz ist tot. Der 61-Jährige Heilbronner FDP-Politiker ist am Mittwochabend nach einem Herzinfarkt gestorben.

 

Der gelernte Weinbaumeister war jahrlang Vorsitzender des Stadt- und Kreisverbands Heilbronn der FDP. Auf dem Zenit seiner politischen Laufbahn war der 61-Jährige von 2006 bis 2011, als er für die schwarz-gelbe Landesregierung als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium tätig war. Zuvor saß Drautz von 1992 bis 2006 im Landtag.

Bis 2006 war der Weinbaumeister Betriebsleiter des Heilbronner Weinguts Drautz-Able, das jetzt seine Frau Monika und Sohn Markus leiten. 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. 

Aktuell kandidierte er bei der Kommunalwahl für die Heilbronner FDP auf Listenplatz 4. Vor wenigen Tagen erst war Richard Drautz mit der Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet worden. Der frühere Justizminister Ulrich Goll hatte ihn dabei als volksnahen Liberalen gewürdigt.

Herzinfarkt 

Nach Angaben der Polizei soll der 61-Jährige am Mittwochabend gegen 20 Uhr am Steuer seines Autos einen Herzinfarkt erlitten haben. An einer Ausfahrt in der Olgastraße in Heilbronn prallte er mit seinem Wagen gegen eine Schrankenanlage, touchierte einen in Richtung Weststraße fahrenden Audi und stieß danach gegen zwei geparkte Autos.

Wegen des medizinischen Notfalls wurden sofort Rettungskräfte und ein Notarzt verständigt. Trotz sofort eingeleiteter Reanimation verstarb der 61-Jährige an der Unfallstelle.

 

 

 

 

Betroffenheit 

Die Nachricht von seinem Tod kam völlig überraschend und löste bei denen, die ihn kennen, am Donnerstagfrüh große Betroffenheit aus. Richard Drautz war allseits beliebt, er hatte viele Freunde und war ein begnadeter Netzwerker. Scheuklappen waren ihm fremd. Er war nicht nur FDP-Politiker und Wengerter, sondern auch Mitglied im Verkehrsverein Heilbronn, im BUND, im Deutschen Alpenverein, ja sogar im Carnevalclub Heilbronn. Zudem war er ein großer Förderer, zum Beispiel unterstützte er den Jazzclub Cave.

„Mir geht es richtig gut, ich bin glücklich und zufrieden.“ Dieser Satz hallt bei allen, die ihn zuletzt trafen, noch nach. Er war voller Tatendrang. Sogar Sport stand bis zuletzt auf dem Wochenplan. Seinen 61. Geburtstag am 29. Januar hatte er noch beim Skifahren in der Schweiz gefeiert. Für den morgigen Freitag plante er zusammen mit dem neuen Prädikatsweingut Kistenmacher-Hengerer im Ratskeller einen einladenden Kundenabend. Die Veranstaltung wurde abgesagt.

Der innovative Weinbaumeister Drautz galt seit den 80er Jahren als ein Pionier einer neuen, ausgesprochen qualitätsbewussten Württemberger Wengerter-Generation. Sein Prädikatsweingut Drautz-Able genießt bundesweit einen guten Ruf: Ehefrau Monika und Sohn Markus haben das Renommee weiter gestärkt. Kundenkontakte pflegen war in den letzten Jahren seine tägliche Hauptaufgabe. Nebenbei wurde er nicht müde für den Theodor-Heuss-Kreis, dessen Landesvorsitzender er war, neue Mitglieder zu werben.

Drautz wollte  über die Kommunalwahl am 25. Mai wieder in den Heilbronner Gemeinderat zurückkehren. Auf der FDP-Liste stand sein Name auf dem aussichtsreichen Rang vier. Aus diesem Gremium war er 2006 nur ungern ausgeschieden, weil er als Regierungsmitglied keine kommunalpolitischen Ämter halten durfte. Nun da Heilbronn mit Bundesgartenschau und Neckarbogen eine interessante Zukunftsentwicklung nehmen kann, wollte er sich wieder in die Stadtpolitik einbringen und „meine Heimatstadt mitgestalten“, wie er gerne sagte. kra/red