Nach Bluttat: Opfer auf dem Weg der Besserung

Heilbronn - Das Opfer ist gesundheitlich über den Berg, der Täter möglicherweise über alle Berge. So könnte man die drei Tage nach dem blutigen Familiendrama zusammenfassen, das sich am Freitag gegen 16.10 Uhr am Rande der Heilbronner Innenstadt ereignete

 

Heilbronn - Das Opfer ist gesundheitlich über den Berg, der Täter möglicherweise über alle Berge. So könnte man die drei Tage nach dem blutigen Familiendrama zusammenfassen, das sich am Freitag gegen 16.10 Uhr am Rande der Heilbronner Innenstadt ereignete (wir berichteten).

Not-OP

"Wir setzen alles daran, um den Täter so schnell wie möglich zu finden", sagte am zweiten Weihnachtsfeiertag Pressestaatsanwalt Harald Lustig. Zuletzt war der 33-jährige Türke, der auf den Ehemann seiner Nichte geschossen und eingestochen hatte, mit seinem blau-grünen Opel Zafira am späten Freitagabend in Pleidelsheim gesehen worden. Er fuhr mit hoher Geschwindigkeit Richtung A 81.

Unterdessen ist das Opfer der Bluttat auf dem Weg der Besserung. Der 32-Jährige wurde nach einer Not-Operation mittlerweile "auf eine Normalstation im Krankenhaus verlegt", sagte Staatsanwalt Lustig. "Intensivmedizinische Maßnahmen sind nicht mehr erforderlich. Er ist außer Lebensgefahr."

Die Fahndung nach den Tätern erstreckt sich auch auf das Umfeld der türkischen Familien, die im Raum Ludwigsburg leben, berichtet Lustig. Offenbar war die erst vor wenigen Tagen geschlossene Ehe des 32-Jährigen mit der 20-jährigen Nichte des 33-Jährigen Auslöser der Tat. Nach Informationen der Heilbronner Stimme soll die ganze Familie des Onkels die Beziehung abgelehnt haben. Warum, ist nicht bekannt. "Was das Motiv angeht, sind weitere Ermittlungen erforderlich", erklärte Harald Lustig. "Kam die Tat aus dem Nichts? War es ein Racheakt?", zählt Lustig Fragen auf, auf die die Fahnder Antworten suchen.

Gewalttätig

Der 32-Jährige ist bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Er wird als gewalttätig und gefährlich eingestuft. Er ist der Polizei durch Körperverletzungen und Widerstände gegen die Staatsgewalt bekannt. Der Mann soll Vater von vier Kindern sein.

Das 32-jährige Opfer wartete am Freitagnachmittag in der Neckarsulmer Straße in seinem Golf auf seine Ehefrau, als sein Verwandter an die Autotür herantrat und das Feuer eröffnete. Der Täter verfolgte sein flüchtendes Opfer noch mehrere hundert Meter, bis er es schließlich einholte und auf es einstach. Möglicherweise wurde die 20-Jährige Zeugin der Bluttat. Sie gab der Polizei gegenüber an, dass der Täter ihr Onkel war.

Warum das Paar in Heilbronn war, ist unklar. Es gab die Vermutung, dass die Frau zum Friseur wollte, der sich wenige Meter vom Tatort entfernt befindet. Doch der Friseursalonbesitzer Volker Gogel-Beck sagte: "Die Dame hatte keinen Termin bei uns. Sie steht nicht in der Kundenliste."

Gewaltbereiter Täter

Die Kriminalpolizei Heilbronn warnt vor dem Täter, der höchstwahrscheinlich eine Schusswaffe bei sich trägt. Wer das gesuchte Fahrzeug sieht, wird gebeten, umgehend die nächste Polizeidienststelle, auch über den Notruf 110, zu verständigen.


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