NSU-Verbindungen nach Heilbronn beleuchten

Berlin/Heilbronn  Berlin/Heilbronn - Vor dem Prozess gegen Beate Zschäpe werden die Kontakte des NSU-Trios ins Ländle diskutiert. Die Gruppe war laut BKA mehrmals in Heilbronn. Ermittler sollen erneut dem Polizistenmord nachgehen.

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Berlin/Heilbronn - Kurz vor dem Prozess gegen die NSU-Rechtsextremistin Beate Zschäpe hat Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall vom Bundeskriminalamt (BKA) mehr Informationen über das Umfeld des Terror-Trios gefordert. „Da nur das BKA einen Gesamtüberblick hat, erhoffen wir uns von ihm auch Puzzleteile aus Thüringen und Sachsen, die wir bisher nicht kennen“, sagt der SPD-Politiker gegenüber der Zeitung die „Welt“ in der Ausgabe vom Montag.

Eine neue Ermittlungsgruppe „Umfeld“ soll auch erneut dem rätselhaften Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn nachgehen. Die Frage ist, warum das Neonazi-Trio ausgerechnet auf die Beamtin als Opfer kam. Laut den Ermittlungsakten des BKA waren die NSU-Neonazis mehrfach in Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn.

Kontakte nach Baden-Württemberg klären

Die Behörden des BKA wollten das Umfeld der NSU-Gruppe in Baden-Württemberg genauer aufklären. „Wir möchten die früheren Kontakte und Bezüge des Trios nach Baden-Württemberg ausleuchten, beispielsweise ihrem persönlichen Netzwerk in der rechten Musikszene nachspüren“, sagt Gall.

Aus Sicht von Clemens Binninger (CDU), Obmann der Union im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, ist es höchste Zeit, die Kontakte der NSU in den Südwesten aufzuklären. „Ich finde es richtig, dass das Land diesen Anknüpfungspunkten nun nachgeht. Es hätte schon im letzten Jahr passieren sollen“, sagt Binninger. dpa