Mordprozess Löwenstein: Hausverbot für den Angeklagten?

Heilbronn/Löwenstein  Verwandte des Mordopfers werden heute vor Gericht als Zeugen gehört. Der Ehemann bestreitet nach wie vor die Gewalttat mit 14 Stichen und schweigt bisher vor Gericht.

Von Carsten Friese

Mordprozess Löwenstein Auftakt
Der Prozess wegen Mordes wird vor dem Landgericht Heilbronn verhandelt. Foto: Berger  

Im Prozess um den Mord an einer 59-jährigen Frau auf dem Parkplatz der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein werden heute weitere Verwandte des Mordopfers vor dem Heilbronner Landgericht als Zeugen gehört. Nach Informationen der Stimme soll es dabei auch um ein Hausverbot gegen den Angeklagten innerhalb der Familie gehen. 

Die Staatsanwalt wirft dem 63-jährigen Georg M. vor, seine seit Längerem getrennt von ihm lebende Ehefrau mit 14 Messerstichen aus Eifersucht getötet zu haben. Er soll es nicht akzeptiert haben, dass seine Frau – die die Scheidung einreichen wollte – einen neuen Partner hat. Die Tatwaffe wurde nie gefunden.

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Der Angeklagte bestreitet die Tat und schweigt bisher eisern vor Gericht. An den bisherigen Prozesstagen haben einige Zeugen Georg M. belastet. Unter anderem wurde deutlich, dass er in früherer Zeit, als seine Frau schon einmal ausgezogen war, einen vermeintlichen neuen Freund bei dessen Arbeitgeber schriftlich angeschwärzt und diesen wegen angeblicher sexueller Übergriffe gebrandmarkt haben soll. Auf dem Schreiben befanden sich auch Unterschriften der beiden gemeinsamen Kinder des Ehepaares. Die allerdings betonten als Zeugen, dieses ominöse Schreiben nie gesehen und nicht unterschrieben zu haben. 

Elektronische Post überwacht

Bekannt wurde auch, dass der Angeklagte offenbar bis zuletzt Zugang zum E-Mail- und Facebookaccount seiner Frau hatte und ihre private elektronische Post überwachen konnte.

 


Was bisher beim Prozess geschah