Mitglieder einer Jugendbande verurteilt

Heilbronn/Neckarsulm - Fünf Jugendliche einer Neckarsulmer Jugendbande, die sich selbst "Devil Türken" (Teufelstürken) nennt, mussten sich am Freitag vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Das Jugendschöffengericht verurteilte vier 16- und 17-Jährige wegen sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung.

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Jugendbande Tatort neben dem Neckarsulmer Jugendhaus: Hier sollen sich die fünf Angeklagten an einem 14-jährigen Mädchen vergangen haben. Foto: Archiv/Adrian Hoffmann

Heilbronn/Neckarsulm - Fünf Jugendliche einer Neckarsulmer Jugendbande, die sich selbst "Devil Türken" (Teufelstürken) nennt, mussten sich am Freitag vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Das Jugendschöffengericht verurteilte vier 16- und 17-Jährige wegen sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung. Die Jugendstrafen zwischen einem Jahr und drei Monaten und einem Jahr und sechs Monaten setzte das Gericht zur Bewährung aus. Das Urteil für den fünften jungen Mann lautete 80 Arbeitsstunden wegen unterlassener Hilfeleistung.

Auflagen

Die vier Jugendlichen müssen als Bewährungsauflage Arbeitsstunden leisten und ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. Außerdem stellte ihnen das Gericht einen Bewährungshelfer zur Seite. Zudem müssen die Jugendlichen für ein halbes Jahr einmal in der Woche zusätzlich zu einem Betreuer.

Sie gaben zu, dass sie sich im Oktober 2009 an einer 14-Jährigen vergangen hatten. Dazu hatten sie das Mädchen in eine hintere Ecke des Neckarsulmer Jugendhauses gelockt, sie geohrfeigt und getreten, gewaltsam geküsst und an ihren Intimbereich gegriffen. Das energische Eingreifen eines Zeugen hatte die Gruppe davon abgehalten, die 14-Jährige zu vergewaltigen.

Aussage erspart

Eine Erklärung, wie es zu dem Übergriff gekommen war, hatten die Angeklagten laut Richterin Katja Fritsche nicht. Es sei keine Auseinandersetzung mit dem Mädchen vorausgegangen. "Sie sagten, es tue ihnen leid und sie bereuten die Tat", so Fritsche.

Die Geständnisse der Täter ersparten der 14-Jährigen eine umfassende Aussage. Drei der Jugendlichen saßen seit November in Untersuchungshaft. "Das war schon ein Einschnitt für sie", ist die Richterin überzeugt. "Für alle vier ist es die erste Jugendstrafe, da sind gleich eineinhalb Jahre nicht wenig."