Mission: Keine Verbindung zu Verurteiltem

Beilstein - Das in Südafrika wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Mitglied der Spätregenmission war nie in Deutschland tätig. Das erklärte der Vorstand gestern in einer verspäteten Antwort auf Stimme-Nachfragen. Martin Illig, der Vorsitzende der deutschen Spätregenmission, stehe in keiner Beziehung zu dem Verurteilten.

Von unserem Redakteur Reto Bosch
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Beilstein - Das in Südafrika wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Mitglied der Spätregenmission war nie in Deutschland tätig. Das erklärte der Vorstand gestern in einer verspäteten Antwort auf Stimme-Nachfragen. Martin Illig, der Vorsitzende der deutschen Spätregenmission, stehe in keiner Beziehung zu dem Verurteilten. Der Vorstand betont, dass der Fall in Südafrika in keinem Zusammenhang mit der deutschen Mission stehe.

Zentrale?

Die Glaubensgemeinschaften arbeiteten in jedem Land unabhängig voneinander, es gebe keine Leitungs- oder Steuerungsabhängigkeit. Beilstein sei ausschließlich für den deutschen Raum zuständig. Diese Aussage steht allerdings im Widerspruch zu anderen Angaben. Noch heute ist auf der Homepage der deutschen Organisation zu lesen, dass die Werkstätten im Glaubenshaus Libanon für den Unterhalt der europäischen Häuser sorgen.

Der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche, Hansjörg Hemminger, betrachtet Beilstein als geistliches Zentrum für Europa. Und das österreichische Glaubenshaus erklärt in einer Selbstbeschreibung: "Die Zentrale für das ganze Werk ist in Jatniel bei Johannesburg, für Europa in Beilstein bei Stuttgart."

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Die Spätregenmission arbeite seit Wochen daran, die Aufarbeitung etwaiger Missbrauchsfälle in Beilstein und Deutschland zu organisieren, heißt es in der Erklärung. Opfer und Familienangehörige sollten sich ohne medialen Druck einem Seelsorger öffnen können. Die Mission werde dazu in den kommenden Tagen eine Internetseite einrichten.