Ku-Klux-Klan-Chef in Heilbronn gemeldet

Heilbronn - Der frühere Anführer der deutschen Sektion des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klans, Achim S., hat offenbar deutliche Bezüge nach Heilbronn.

Von Adrian Hoffmann

Der frühere Anführer der deutschen Sektion des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klans hatte eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Stuttgarter Straße gemietet. Foto: Chris Petersen
Heilbronn - Der frühere Anführer der deutschen Sektion des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klans (KKK), Achim S., hat offenbar deutliche Bezüge nach Heilbronn. Der heute 37-Jährige war von April 2012 bis zuletzt hier gemeldet, hatte eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Stuttgarter Straße im Heilbronner Süden gemietet.

Von dort aus soll er eine Firma, die mit Kundenadressdaten handelt, betrieben haben. Auf Klingelschild und Briefkasten stehen noch heute sein Name und die Firmenbezeichnung. Allerdings soll S. nach Angaben eines Nachbarn seit bereits mindestens zwei Monaten nicht mehr in Heilbronn gewesen sein.

Ein Gerichtsvollzieher sei bereits im Haus gewesen, es gingen zudem jede Menge Briefe von Inkassofirmen ein, sagt der Nachbar, der eine Zeit lang Geschäftspartner von S. gewesen sein will.

S. soll sich demnach in Schleswig-Holstein aufhalten, in der Gemeinde Boostedt im Süden des Landkreises Bad Segeberg. Nach Informationen unserer Zeitung wurde gegen ihn in den vergangenen Jahren mehrmals wegen Betrugs ermittelt.

Dienstgeheimnis

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Verwicklungen baden-württembergischer Sicherheitsbehörden mit dem Ku-Klux-Klan offensichtlich eine größere Dimension haben als bisher angenommen. Innenminister Reinhold Gall (SPD) bestätigte, dass ein Verfassungsschützer geheime Informationen an den KKK verraten haben soll.

Demnach soll der Mann im Jahr 2002 ein KKK-Führungsmitglied in Schwäbisch Hall darüber informiert haben, dass Sicherheitsbehörden dessen Telefongespräche abhörten. Noch nicht äußern wollte sich Gall zu Angaben, wonach das besagte KKK-Mitglied ein Informant („V-Mann“) des Verfassungsschutzes war. (wir berichteten).

Polizistenmord

Bereits im August berichtete die Heilbronner Stimme, dass zwei baden-württembergische Polizisten kurzzeitig dem Ku-Klux-Klan angehörten. Einer von ihnen war am Tag der Ermordung von Polizistin Kiesewetter Gruppenführer ihrer Bereitschaftspolizei-Einheit in Heilbronn. Eigenen Angaben nach will er sich zum Zeitpunkt von Kieseswetters Ermordung in der Nähe des Heilbronner Bahnhofs aufgehalten haben (wir berichteten).