Korruptionsfall: Bewährungsstrafe für Polizisten

Heilbronn  Der Richterspruch wiegt für einen wegen Korruption angeklagten Polizisten schwer. Erhält das Urteil Rechtskraft, wird der Beamte aus dem Dienst entfernt und verliert auch seine Pensionsansprüche.

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Zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten hat das Heilbronner Landgericht am Montag einen 49-jährigen Polizeibeamten verurteilt. 

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Beamte in zwei Fällen der Vorteilsnahme und in acht Fällen der Bestechlichkeit schuldig ist. Er habe durch die Weitergabe von Dienstinformationen an seinen Freund, den bereits wegen Korruption verurteilten Bauunternehmer Ante Zovko, seine Dienstpflichten verletzt und die Grenzen zwischen Privatem und Dienstlichem verschwimmen lassen, sagte Richterin Eva Bezold.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beamte Listen von bevorstehenden Tempokontrollen an den Bauunternehmer weitergab und im Gegenzug dafür Einladungen zu Sportveranstaltungen sowie das kostenlose Überlassen von Transportfahrzeugen vom Bauunternehmer erhielt.

In einem weiteren Fall soll er auf Zuruf eines befreundeten Disko-Betreibers für diesen die Wohnanschrift eines unbekannten Anrufers ermittelt haben. Hier soll er im Gegenzug mit Ehefrau und Freunden in eine Diskothek eingeladen worden sein.

Erhält das Urteil Rechtskraft, wird der Polizist aus dem Dienst entfernt und verliert auch seine Pensionsansprüche. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe im November 2011 ist der Beamte vom Dienst suspendiert. Ein zweiter Korruptionsprozess gegen einen weiteren angeklagten Polizisten des gleichen Polizeireviers steht im Landgericht noch bevor. cf