IHK schiebt Kündigungsgrund nach

Heilbronn  Heilbronn - Hat die geschasste IHK-Geschäftsführerin Renate Rabe Familienangehörige begünstigt? Nach dem Gütetermin vor dem Heilbronner Arbeitsgericht hat die IHK einen weiteren Grund nachgeschoben.

Von unserem Redakteur Manfred Stockburger


Heilbronn - Hat die geschasste IHK-Geschäftsführerin Renate Rabe Familienangehörige begünstigt? Nach dem Gütetermin vor dem Heilbronner Arbeitsgericht, der wie berichtet zu keiner Einigung geführt hat, hat die IHK einen weiteren Grund nachgeschoben.

Dabei handle es sich um einen erst kürzlich bekanntgewordenen Vorgang, bei dem es um den Vorwurf der Begünstigung von Familienangehörigen geht, wie die Kammer nach dem Termin in einer Pressemitteilung erklärte.

Rabe weist sämtliche bisher erhobene Vorwürfe zurück. 

Keine gütliche Einigung

Der Streit über die Entlassung droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden. "Wir werden alle noch genügend Zeit haben, uns damit zu beschäftigen", sagte Arbeitsrichter Michael Schanz am Dienstagnachmittag schon zu Beginn der Güteverhandlung voraus. Nach dem Auftakttermin vor dem Heilbronner Arbeitsgericht steht diese Tatsache fest: Eine Einigungen ohne richterliche Nachhilfe war nicht möglich.

Voraussichtlich im März wird es deswegen zu einer Verhandlung kommen, in der die Kündigungsgründe der IHK und die Argumente Rabes, warum eine Entlassung nicht gerechtfertigt sei, ausführlich erörtert werden.

Die Kurzfassung des wesentlichen Kündigungsgrunds, die am Dienstag zur Sprache kam, ist die folgende: Rabe hat Gebühren für zwei Weiterbildungskurse nicht eingezogen, die die Söhne einer Mitarbeiterin des Zentrums für Weiterbildung besucht haben.

Mitte Oktober, also nachdem die Vorwürfe intern bekannt waren, aber bevor die Kündigungen ausgesprochen wurden, sind die Gebühren beglichen worden.

Nach Rabes Version geschah dies sogar vorzeitig, denn die Zahlung sei bis zum Jahresende gestundet gewesen. Die IHK bezweifelt allerdings, dass überhaupt eine Rückzahlung vorgesehen gewesen sei.