Güglinger Messerstecher stand unter Bewährung

Güglingen  Güglingen - Der mutmaßliche Messerstecher von Güglingen, der am Dienstag einen 21-Jährigen mit einem Stich lebensgefährlich verletzt haben soll, stand unter Bewährung. Dies teilte der Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Frank Rebmann, am Freitag auf Stimme-Anfrage mit.

Von Carsten Friese

Der mutmaßliche Messerstecher von Güglingen, der am Dienstagabend auf offener Straße einen 21-Jährigen mit einem Stich in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt haben soll, stand unter Bewährung. Dies teilte der Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Frank Rebmann, am Freitag auf Stimme-Anfrage mit.

Der 20-jährige Türke sei wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Wegen Fluchtgefahr erließ ein Richter am Donnerstagabend Haftbefehl gegen den 20-Jährigen.

Schlagstöcke

Laut Polizeistatistik ist Güglingen bisher »kein Brennpunkt«. Foto: HSt/Archiv
Gegen vier weitere Türken aus Güglingen im Alter von 19 und 20 Jahren, die bei der Schlägerei mit einer Heilbronner Gruppe beteiligt waren und Schlagstöcke oder eine Taschenlampe als Waffen einsetzten, erging ebenfalls Haftbefehl. Gegen sie wird wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Auch sie sind der Polizei wegen Gewalt- oder Waffendelikten bekannt. Bei einem aus der Gruppe, dessen Tatbeteiligung bisher als relativ gering eingestuft wird und der kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung steht, wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Warum es zu der Schlägerei in der Marktstraße mitten im Ort kam, ist unklar. Wegen der anderen Beteiligten, einer gemischt-nationalen Heilbronner Gruppe, spricht laut Rebmann „vieles dafür, dass wir auch Ermittlungen einleiten“. Zunächst sei wichtig gewesen, den mutmaßlichen Messerstecher zu identifzieren.

Polizei prüft

Einen Brief von Güglingens Bürgermeister mit der Bitte um mehr Polizeikontrollen im Ort hat die Behörde erhalten. „Wir nehmen das Schreiben ernst“, sagt Polizeisprecher Harald Schumacher. Laut Polizeistatistik sei Güglingen aber bisher „kein Brennpunkt“. Angezeigte Straftaten hätten von 2009 auf 2010 zwar leicht von 209 auf 220 zugenommen. Rohheitsdelikte oder Körperverletzungen seien jedoch rückläufig gewesen.

Man prüfe, ob sich Strukturen verändert haben und mache das, „was personell möglich ist“. Wenn es Vorgänge im Ort gebe, sollten Bürger dies aber auch zeitnah melden.

 
Messerstecherei in Güglingen - 30.08. auf einer größeren Karte anzeigen