Gewalttat Löwenstein: Taucher suchen in See nach Tatwaffe

Löwenstein/Obersulm  Im Fall des Tötungsdelikts vor der Evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein vor einer Woche fehlt noch immer die Tatwaffe. Am Donnerstag durchsuchten Taucher der Wasserschutzpolizei mehrere Stunden lang einen Weiher unterhalb von Eichelberg.

Von Adrian Hoffmann
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Mit Metalldetektoren wateten die Polizisten den Uferbereich ab. „Wir suchen den Wurfradius ab“, erklärt ein Beamter vor Ort. Etwa 30 Meter wurden angesetzt. Gegen Mittag hatte man nur Dosen und Stangen aus dem trüben Wasser gefischt. In den nächsten Tagen sollen weitere Gewässer nach Beweismaterial abgesucht werden – denn ist es denkbar, dass der Täter die Waffe auf diese Weise loswerden wollte.

Dies ist ein routinemäßiges Vorgehen der Polizei in solchen Fällen und sei in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich gewesen, wie ein Polizeibeamter erklärt. Auch ein Schlauchboot kam zum Einsatz.

Wenige Hinweise nach TV-Ausstrahlung 

Das Gewaltverbrechen an der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein war am Mittwoch Thema in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". Foto: Screenshot

Das Kapitalverbrechen war am Mittwoch kurzfristig Thema in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Nach Angaben der Heilbronner Polizei gingen Hinweise dazu bislang allerdings „sehr, sehr spärlich“ ein. Man hoffe darauf, dass sich noch Personen melden, die die Sendung gesehen und hilfreiche Informationen haben, so Polizeisprecher Rainer Ott. Die Ermittlungen zum Fall dauern weiter an. „Der Durchbruch, die heiße Spur, fehlt bislang“, so Ott.

Im Zusammenhang mit der Fernsehausstrahlung wurde auch ein Foto des Opfers gezeigt und der volle Name genannt. Die Polizei hat sich bewusst dazu entschieden, um die Chancen einer Aufklärung des Falles zu erhöhen. Bei der 59-jährigen Frau, die von einem bislang Unbekannten erstochen wurde, handelt es sich um Margot Metzger, wohnhaft in Eschenau.

 Wie bereits berichtet, ermittelt die Polizei auch in Richtung einer Beziehungstat.  Nach Informationen unserer Zeitung hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streitigkeiten gegeben, zu denen auch die Polizei gerufen worden war. Polizeisprecher Ott äußert sich hierzu allerdings nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, stellt er klar.

Der Täter ging nach der Schilderung bei „Aktenzeichen XY Ungelöst“ äußerst zielgerichtet und brutal vor. Die Evangelische Tagungsstätte Löwenstein hat nun Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter und Gäste erhöht, Eingänge werden früher geschlossen und die Beleuchtung bleibt länger angeschaltet.

Die Trauerfeier findet am Samstag in Willsbach statt.

 


 

Unbekannte Person könnte wichtiger Zeuge sein

Zeugen sahen eine mutmaßlich männliche Person mit heller Oberbekleidung, die sich unmittelbar nach der Tat zu Fuß vom Tatort entfernte. Hierbei kann es sich um einen wichtigen Zeugen handeln.

Die Tagungsstätte befindet sich auf einer Anhöhe zwischen den Ortschaften Reisach, Weiler und Eichelberg und wird von Waldflächen und Weinbergen umgrenzt. Sie wird von verschiedenen Firmen und Institutionen zur Fortbildung genutzt. Auch am vergangenen Mittwoch waren Gäste dort untergebracht. 

Bereits in den vergangenen Tagen war die Polizei rund um den Tatort mit Spürhunden auf der Suche nach Beweismaterial und der Tatwaffe im Einsatz, ebenso wurden mit einer Drohne Bildaufnahmen angefertigt.

 

Die Ermittler der Sonderkommission "Löwe" haben folgende Fragen:

  • Wer hat am Mittwochabend, 29. März, im Bereich der Tagungsstätte verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen?

  • Wer hat Personen beobachtet, die möglicherweise Gegenstände weggeworfen haben oder wer hat verdächtige Gegenstände oder Bekleidungsstücke aufgefunden?

Hinweise werden unter Telefon 07131 104-4444 erbeten.