Gedanken eines mutmaßlichen Brandstifters (22.07.2010)

Neckarsulm - Möglicherweise hat der mutmaßliche Brandstifter und Feuerwehrmann aus Neckarsulm auch andere Brände gelegt. In einem Internetnetzwerk veröffentlichte er zudem Fotos und Textbeiträge zu seinen Einsätzen.

Von Adrian Hoffmann


Neckarsulm - Möglicherweise hat der mutmaßliche Brandstifter und Feuerwehrmann aus Neckarsulm auch andere Brände gelegt. Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet neben dem Haus, in dem der Tatverdächtige wohnte, Mitte Juni eine Garage in Flammen stand – nach Informationen der Heilbronner Stimme die der eigenen Familie.

In jener Nacht brannte das Auto der Großmutter des 18-Jährigen aus. Nach Angaben der Polizei wird „auch in diese Richtung“ ermittelt, konkrete Ergebnisse lägen aber noch keine vor.

Fotos veröffentlicht

Der Auszubildende in einem städtischen Betrieb war vergangenen Freitag festgenommen worden, weil er die Maschinenhalle des Neckarsulmer Weingut Bertholds in der Nacht zum 5. Juli in Brand gesetzt haben soll (wir berichteten). Er hat diese Tat, bei der ein Sachschaden von mehr als 700.000 Euro entstand, nach Angaben der Polizei gestanden.

In einem Internetnetzwerk veröffentlichte der mutmaßliche Brandstifter sowohl Fotos vom Brand der Maschinenhalle als auch des Garagenbrands. Ein Link unter dem Titel „Was für ein Feuer!“ führt zum Bericht über den Hallenbrand auf der Website des Kreisfeuerwehrverbands. Auf den Garagenbrandfotos sind unter anderem ein Feuerwehrkollege und er beim Löschen zu sehen, außerdem das ausgebrannte Auto seiner Großmutter.

Erlösung

In einem Textbeitrag auf dieser Internetseite schrieb der 18-Jährige außerdem, er sei „mit Leib und Seele bei der Feuerwehr“. Er rette Leben, lösche Autos, schütze Häuser, auf die das Feuer übergreifen könne, berge verletzte Personen und Tiere aus ihrer misslichen Lage. Er mache das, was andere sich nicht zutrauten.

Auch ein umformuliertes Vater Unser findet sich in seinem Profil. Darin heißt es: „Unseren täglichen Einsatz gib uns heute“ und „führe uns nicht zu Fehlalarmen, sondern erlöse uns von dem ewigen Warten auf den nächsten Einsatz“.  (Foto: Feuerwehr Neckarsulm)