Einstiger Rollkunst-König mit 69 gestorben

Heilbronn - Ein großer Bürger Heilbronns ist nicht mehr unter uns. Am vergangenen Donnerstag ist Karl-Heinz Losch überraschend im Alter von 69 Jahren gestorben. Er wurde berühmt als Rollkunstlauf-Weltmeister, arbeitete später als freischaffender Architekt. Und war 40 Jahre Stadtrat.

Einstiger Rollkunst-König mit 69 gestorben
Er machte als Rollkunstläufer große Sprünge. Der Heilbronner Karl-Heinz Losch ist dieser Tage im Alter von 69 Jahren gestorben.Foto: Archiv/Albrecht Gaebele

Heilbronn - Ein großer Bürger Heilbronns ist nicht mehr unter uns. Am vergangenen Donnerstag, 9. Februar, ist Karl-Heinz Losch überraschend im Alter von 69 Jahren gestorben. Er wurde berühmt als Rollkunstlauf-Weltmeister, arbeitete später als freischaffender Architekt. Und war 40 Jahre Stadtrat.

"Vor einer Woche war er noch fidel beim Geburtstag eines seiner Enkel", sagt seine Schwester Sigrid Seeger-Losch. Sie war es, die den Karlo, wie ihn alle nannten, in jungen Jahren im sportlichen Bereich betreute. Denn dieser war beim Gewinn seines ersten von fünf Welttiteln erst 15. Kein deutscher Rollkünstler war jemals wieder so erfolgreich. Und weil in den Zeitungen große Leistungen gerne blumig ausgeschmückt werden, war er schnell der "Sprung-König". Was es gar nicht voll traf, denn er bestach bei seinen Kürdarbietungen auch durch seine Leichtigkeit, ja Eleganz. Ein Artist eben.

Respekt

Der Sport ermöglichte Losch in der Zeit zwischen 1958 und dem Karriereende 1968 Reisen nach Australien, Neuseeland, Japan, in die USA und sogar in die Südsee auf die Fidschis. Er hat später erzählt, dass diese Zeit eine Art Schule fürs Leben war. Er lernte den tiefen Respekt vor fremden Kulturen, das Hinnehmen von manchmal als ungerecht empfundenen Wertungsnoten. Denn im Kunstlaufen muss man sich hochdienen. Bekommt für die gleichgute Kür im Jahr eins eine schlechtere Note als ein paar Jahre später als Star.

Einstiger Rollkunst-König mit 69 gestorben

Karl-Heinz Losch

Foto: privat

Karl-Heinz Losch ist ein Böckinger, der Vater betrieb dort eine Schreinerei. Weil ihn das Arbeiten mit Holz faszinierte, entschied er sich für ein Architekturstudium. Arbeitete in diesem Beruf als Selbstständiger. Heiratete und baute nicht weit vom elterlichen Domizil ein Haus, in dem er mit der schließlich fünfköpfigen Familie wohnte.

1971 wurde Losch erstmals in den Heilbronner Stadtrat gewählt und ist vor Weihnachten 2011 für 40 Jahre Zugehörigkeit zum Stadtparlament vom Oberbürgermeister geehrt worden. Da lebte er schon seit einigen Jahren als Witwer im Stadtteil Kirchhausen, denn seine Frau Jutta war 2002 früh an einer schweren Krankheit gestorben.

Ausgleichend

Karl-Heinz Losch war ein zurückhaltender, feiner Mensch. Hielt im Stadtrat keine Fensterreden. Doch wenn er sich zu Wort meldete, dann hatte er etwas mitzuteilen, spitzten die Kollegen die Ohren. Sein Fachgebiet war wegen seines Berufs die Stadtplanung. Er war in den Debatten kein Scharfmacher, sondern einer, der über die Parteigrenzen hinweg ausgleichend wirkte. Losch wurde einmal gefragt, welche Interessen er denn als Mann der FDP vertrete. "Die von Heilbronner Bürgern aller Coleur", antwortete er. Und hat auch in zuletzt schwierigen Zeiten fest an ein Comeback seiner Partei geglaubt.

Am kommenden Samstag (11 Uhr) findet zum Gedenken an Karl-Heinz Losch in der Stadtkirche in Heilbronn-Böckingen (Kirchsteige 10) eine Trauerfeier statt. kap