„Das war ein Fehler“ - Strobl entschuldigt sich

Heilbronn - Thomas Strobls Wochenrückblick sorgt für Empörung: Der Vater des prominenten S21-Gegners Walter Sittler habe schon für die Nazis Propaganda gemacht, heißt es darin. Im Stimme-Interview entschuldigt sich der Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordnete für den Nazi-Verweis.

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Der Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg und Heilbronner Bundetagsabgeordnete Thomas Strobl. Foto: Archiv/dpa


Heilbronn / Stuttgart -  Thomas Strobls Wochenrückblick sorgt für Empörung. Mit dem Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordneten und Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg sprach Iris Baars-Werner, stellvertretende Chefredakteurin der Heilbronner Stimme.

 

Ihre Kolumne „Berlin aktuell“ mit den Passagen über Walter Sittlers Vater ist nicht mehr auf Ihrer Homepage. Warum?

Thomas Strobl: Wir haben den Brief von der Internetseite genommen. Die öffentliche Diskussion wird mit harten Bandagen geführt. Auch die Befürworter von Stuttgart 21 haben zum Teil sehr harte und persönliche Diffamierungen auszuhalten, das geht von „Lügenpack“ über Rücktrittsforderungen an den Ministerpräsidenten bis hin zu Morddrohungen. Aber mit dieser Bildunterschrift und dem Bezug auf die Tätigkeit auf Herrn Sittlers Vater während des Nationalsozialismus bin ich übers Ziel hinausgeschossen.

 

Was brachte Sie zum Nachdenken?

Strobl: Ich habe heute Nachmittag eine E-Mail von Herrn Sittler bekommen, habe einige Zeit innegehalten, auch nach Gesprächen mit Medienvertretern, und bin dann zum Schluss gekommen, dass das nicht in Ordnung war.

 

Sie hatten den Zusammenhang hergestellt zur vermeintlichen Tätigkeit von Sittlers Vater im Propagandaministerium von Goebbels...

Strobl: Das war ein Fehler, das bedauere ich. Ich habe Herrn Sittler eine Mail geschrieben, und ihm versichert, diese Aussagen nicht zu wiederholen.

 

Ist es Zeit, dass beide Seiten im Streit um Stuttgart 21 innehalten?

Strobl: Ja. Auch ich möchte dazu meinen Beitrag leisten. Ich war empört, dass während der Friedenspflicht von einzelnen Gegnern Straftaten begangen wurden, Besetzungen stattfanden, das passt nicht zur Friedenspflicht. Diese Erregung an der Person von Herrn Sittler festzumachen, war falsch. Deshalb gebe ich den Fehler zu und möchte nun meinen Beitrag zur Entemotionalisierung leisten.

 

Sie beweifeln Walter Sittlers Demokratieverständnis, weil er den Baden-Württembergern vorgeworfen habe, über Jahre falsch gewählt zu haben.

Strobl: Dieser Kritik habe ich nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. Darüber führe ich gerne mit Herrn Sittler ein Gespräch.