Berufung im Harmonie-Fall eingelegt

Heilbronn - Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen den Freispruch des Amtsgerichts im Harmonie-Fall eingelegt. Das teilte der Sprecher der Anklagebehörde, Harald Lustig, mit. Gründe, das Urteil, anzufechten, nannte er nicht.

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Heilbronn - Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen den Freispruch des Amtsgerichts im Harmonie-Fall eingelegt. Das teilte am Mittwoch der Sprecher der Anklagebehörde, Harald Lustig, mit. Gründe, das Urteil, anzufechten, nannte er nicht.

Angeklagt war ein 56-jähriger Hausmeister wegen Nötigung (wir berichteten). Er soll drei Kolleginnen im Kongress- und Konzertzentrum über einen längeren Zeitraum hinweg sexuell belästigt haben. Doch obwohl die Frauen im Zeugenstand in allen Einzelheiten schilderten, wie sie der Hausmeister begrapscht und auch verbal sexuell attackiert habe, schenkte der Richter einer Putzfrau in der Harmonie mehr Glauben, die von einem „schmutzigen Komplott“ gegen den Angeklagten sprach.

Der Richter begründete seinen Freispruch mit „letzten Zweifeln“ an der Schuld des Angeklagten. Der Freispruch löste Bestürzung bei den Kolleginnen aus, die lange nicht den Mut aufgebracht hatten, wie sie berichteten, sich gegen die Belästigungen zu wehren. Wann der Berufungsprozess beginnt, ist unklar. Erfahrungsgemäß ist damit nicht vor einem halben Jahr zu rechnen. mut