1.-Mai-Demo: Widerstand gegen Rechte wächst

Heilbronn - Rund zwei Wochen vor der geplanten Großdemo süddeutscher Neonazigruppen am 1. Mai ist das Bündnis »Heilbronn sagt Nein« inzwischen auf 88 Organisationen gewachsen. Innerhalb einer Woche kamen zwölf weitere Bündnispartner hinzu.

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Heilbronn - Rund zwei Wochen vor der geplanten Großdemo süddeutscher Neonazigruppen am 1. Mai in Heilbronn wächst der Widerstand gegen Rechtsextreme deutlich an. Das vom DGB organisierte Bündnis „Heilbronn sagt Nein“, das an dem Tag in der Innenstadt gegen den Aufmarsch der Rechten protestieren will, ist inzwischen auf 88 Organisationen gewachsen.

Innerhalb einer Woche kamen zwölf weitere Bündnispartner hinzu – unter anderem der Gesamtelternbeirat der Kindergärten, das Diakonische Werk oder eine Amnesty-Schulgruppe. „Das ist toll, das hätte ich vor vier Wochen nicht erwartet“, freut sich DGB-Regionssekretärin Silke Ortwein.

Zu einer Veranstaltung „Kultur gegen rechts“ laden Volkshochschule, Stadtbibliothek, Musikschule, Stadtarchiv und Theater am Samstag, 16. April, um 12 Uhr in die Stadtbibliothek ein. Schauspieler tragen Texte aus dem antifaschistischen Widerstand im Heilbronn der Nazizeit vor, das Stadtarchiv zeigt Dokumente aus der Zeit, aus dem Buch „Vor meiner Haustür Stolpersteine“ wird vorgelesen.

Ebenfalls am Samstag veranstaltet die Heilbronner Kreisvereinigung der Verfolgten des Naziregimes um 14.30 Uhr eine antifaschistische Stadtbegehung unter dem Titel „Auf den Spuren der braunen Geschichte“. Treffpunkt ist die Ehrenhalle beim Heilbronner Rathaus.

Großaufgebot

Die Polizei wiederum plant, an dem Tag mit mehr als 1200 Beamten präsent zu sein. Ziel ist, die gegnerischen Gruppen voneinander zu trennen. 


Mit besonderer Strategie geht die Polizei in die Offensive und ruft auf Postern eindringlich zu friedlichem Verhalten auf. „Gewaltfreier Protest ist gelebte Demokratie“ steht auf 20.000 Flugblättern und 500 Plakaten, die in Schulen, Banken, Geschäften und Behörden verteilt werden.

„Es ist das erste Mal, dass die Polizei in Heilbronn so etwas macht“, stellt Sprecher Harald Schumacher fest. Man wolle bereits im Vorfeld deeskalierend wirken. Polizeichef Roland Eisele weist auf die Neutralitätspflicht der Polizei gegenüber allen Gruppen hin. Gewalttätigkeiten würden jedoch „konsequent unterbunden und Straftaten zur Anzeige gebracht“. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gelte nur für friedlichen Protest, betont er.

Dialog

Die Heilbronner Stimme wird am Freitag mit Vertretern der Polizei, der Stadt und des Bündnisses „Heilbronn sagt Nein“ einen Dialog über die geplante Demo der Neonazis, den vielfältigen Protest dagegen und über erwartete Auswirkungen führen. In unserer Samstagsausgabe werden wir ausführlich darüber berichten. cf