Wollhaus-Mieter wollen Klarheit

Heilbronn  Zukunft weiter ungewiss: Stadt setzt auf Abriss und Neubau, Eigentümer planen Sanierung

Von unserer Redakteurin Bärbel Kistner

Wollhaus

Die Zukunft des Heilbronner Wollhaus-Zentrums steht weiter in den Sternen. Vor wenigen Tagen informierte der Eigner der Passage, Judka Lisker, seine Mieter über die Pläne zur Sanierung: "Die Aussage war eindeutig. Man will das Center komplett neu gestalten. Da wird nichts abgerissen", berichtet Julian Braunecker, mit seinem Reisebüro ein langjähriger Mieter im Wollhaus.

Sobald der Kaufhof Ende 2015 schließt, solle es etagenweise losgehen, habe es gegenüber den Mietern geheißen. Die Instandsetzung sei gemeinsam mit den Eigentümern der Kaufhof-Fläche geplant, ein dänisches Konsortium steht dahinter.

Die Stadt Heilbronn hat dagegen nach wie vor anderes vor: "Die Pläne der Eigentümer sind uns bekannt, aber wir bleiben bei unserer Haltung. Wir wollen den Abbruch und Neubau", betont Helmut Semenass, Leiter des städtischen Liegenschaftsamts. Durchsetzen will man das Ziel mit dem Sanierungsrecht, das eine Veränderungssperre für das Areal nach sich zieht.

Mietverträge dürfen nur mit zwölfmonatiger Laufzeit abgeschlossen werden: "Wir haben die Mittel, das Geschehen zu lenken. Ein Umbau im großen Stil geht nicht ohne Mitwirkung der Stadt", erläutert der Amtsleiter. Zudem ist das obere Stockwerk der Passage in städtischem Besitz. Genau wie weitere neun Eigentümer im 

Für den Vorsitzenden der Stadtinitiative, Thomas Gauß, ist die Situation unbefriedigend. Bislang fehle jede Aussage der Eigentümer, wie sie sich die Wollhaus-Sanierung vorstellen: "Das kann man weit fassen." Doch ausschließlich eine Entkernung im Innern mit der Schaffung größerer Flächen sowie eine Erneuerung der Fassade bringen aus Sicht von Thomas Gauß einen Gewinn für Heilbronn. Nach allem was er gehört habe, befürchtet er jedoch eine "Pinselsanierung" und dass man das Gebäude lediglich für Primark bezugsfähig machen wolle. "Der Billiganbieter steht in den Startlöchern."

Ein Primark an dieser Stelle wäre für Gauß kontraproduktiv, weil sich dadurch die Wertigkeit des Umfelds verändern werde. Aber genau das müsse man vermeiden. Deshalb befürwortet es Gauß, dass die Stadtverwaltung sich aktiv einbringe: "Der Standort ist die letzte große Chance, um in Heilbronn hochwertige Einzelhandelsfläche zu schaffen und Kaufkraft in diesem Segment wieder an die Stadt zu binden."