Heilbronner Ehrenmord-Prozess hat begonnen

Heilbronn  Ein Türke soll seine Ehefrau mit 15 Messerstichen getötet haben, weil sie sich von ihm trennen wollte. Mordmotiv: Verletzte Ehre?

Von unserem Redakteur Helmut Buchholz

Mordmotiv: Verletzte Ehre?

Wachtmeister führen den Angeklagten in den Gerichtssaal. Foto:

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und Zugangskontrollen startete gestern ein Mordprozess vor dem Heilbronner Landgericht. Angeklagt ist ein 41-jähriger Türke. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, seine Ehefrau (39) aus verletztem Ehrgefühl am 2. Oktober 2015 in Heilbronn erstochen zu haben, weil sie sich von ihm scheiden lassen wollte.

Das Verbrechen habe der Angeklagte vorher mehrfach angedroht und dabei auch angekündigt, seine vier Kinder töten zu wollen, falls die Ehefrau nicht zu ihm zurückkehre. Eine Rolle beim Mordmotiv spielt offenbar auch die geplante Hochzeit des ältesten Sohns, die eigentlich einen Tag nach der Bluttat stattfinden sollte. Laut Staatsanwaltschaft wollte der Familienvater verhindern, dass er bei der Feier dem Scheitern seiner Ehe öffentlich ausgesetzt war.

Die Anklage sei falsch, sagte der Verteidiger für seinen Mandanten. Es handele sich um ein tragisches Geschehen, keinen heimtückischen Mord. Der 41-Jährige habe niemanden töten wollen, hatte auch kein Messer dabei, als er seine Frau vor deren Wohnung abpasste, sondern die Hoffnung, sie wieder auf seine Seite zu ziehen. 

 

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