Warum die Buga die Blumen so schnell abgeräumt hat

Heilbronn  Die Pflanzen, die die Straßen im Neckarbogen säumten, wurden sofort nach dem Ende der Buga ausgegraben. Zurück blieben kahle Beete vor den Häusern. Die Anwohner können das nicht verstehen. Die Buga erklärt das Vorgehen.

Email
Die Blumenpracht ist dahin. Die Pflanzbeete im Straßenraum wie an der Paula-Fuchs-Allee sind schon leer - zum Unverständnis vieler Bewohner. Foto: Mario Berger

Dass von der Blumenpracht der Buga wenig übrig bleibt, haben die Bewohner des Neckarbogens direkt zu spüren bekommen. Für Jana Barth ist es "ein böses Erwachen", als sie vergangene Woche am ersten Tag nach der Gartenschau von der Arbeit nach Hause kommt und bereits sämtliche Beete an der Theodor-Fischer-Straße abgeräumt sind. Zurück bleibt die nackte Erde. Und ein kahler Straßenraum ohne Farbtupfer. Der komplette Sommer- und Herbstflor mit Geranien, Astern, Zinnien und diversen Gräsern ist innerhalb kurzer Zeit ausgegraben. Auch an der Paula-Fuchs-Allee und vor der Jugendherberge blüht nichts mehr.

Traurig über den Anblick

"Keiner kann das nachvollziehen", gibt Jana Barth die Stimmung vieler Anwohner wieder, die ziemlich traurig seien über den Anblick. "Es hätte doch so vieles gegeben, was man vorher zurückbauen könnte", vermutet die Buga-begeisterte junge Frau. Gerne hätte sie wenigstens ein paar Pflanzen vor dem Kompost gerettet, bis sie von alleine verblüht wären. Auch Bewohnerin Andrea Golowin versteht nicht, wie schnell die Blumen im Straßenraum entfernt wurden: "Niemand hatte erwartet, dass das gleich passiert. Die Beete waren doch noch wunderbar."

Das sieht man bei der Buga allerdings anders: "Der Regen und die Kälte der letzten Tage hatte dem Wechselflor bereits extrem zu schaffen gemacht. Die Pflanzen waren nicht mehr von hoher Qualität", sagt Buga-Sprecherin Doris Keicher auf Anfrage.

Störungsfreies Arbeiten

Aus diesem Grund habe man sich dazu entschlossen, die Blumen abzuräumen, "solange noch keine Autos in dem Bereich fahren und die Arbeiten zügig und störungsfrei erledigt werden können". Für die Pflege der Flächen sei jetzt die Stadt Heilbronn zuständig. "Das Grünflächenamt bereitet die weiteren Maßnahmen vor", heißt es. Seit vergangenem Donnerstag ist das Stadtquartier Neckarbogen öffentlicher Raum und für jeden frei zugänglich - vorerst allerdings nur über die Bleichinselbrücke. Der Zugang von der Experimenta aus, über die Kranenstraße, ist derzeit noch gesperrt.

Qualität der weiteren Bebauung

Marcus Teske, der seit Februar mit seinem Architekturbüro im Neckarbogen ansässig ist, sieht es nüchtern: "Das war allen klar, dass die Buga nur auf Zeit besteht." Den Bewohnern bliebe der Neckarpark als dauerhafte Grünfläche. Wichtiger als vier Wochen länger blühende Pflanzen vor Augen zu haben, ist dem Architekten jedoch die Zukunft des Stadtquartiers: "Die Frage nach der Qualität der weiteren Bebauung ist für uns Architekten ganz entscheidend." Teske hofft, dass in der zugesagten Gestaltungskommission weiterhin auch Experten von außerhalb beteiligt sind. Von der Info-Veranstaltung am heutigen Dienstagabend, 19.30 Uhr, in der Harmonie, erhofft sich nicht nur Teske Antworten.

 

Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel  

Kommentar hinzufügen