Stimme-Tag auf der Buga: Kleine Papierboote, große Gaudi

Heilbronn  Mehr als 2000 Schiffchen ziehen beim Stimme-Tag auf der Bundesgartenschau die Besucher in den Bann. Berufsfeuerwehr und DLRG sind bei dem Event auf dem Alten Neckar hilfreiche Partner.

Von Joachim Friedl

Das Video zum Stimme-Tag auf der Buga: 

Mehr als 2000 aus speziellem Zeitungspapier gefaltete kleine Boote gehen am Sonntagvormittag bei einer Regatta auf dem Alten Neckar an den Start. Es ist der erste Höhepunkt des großen Stimme-Tages auf der Bundesgartenschau. Von morgens bis abends präsentiert das Medienunternehmen Heilbronner Stimme bei herrlichem Sommerwetter eine Fülle an unterhaltsamen Veranstaltungen für Jung und Alt.

Alles läuft ohne Hektik und Stress

Nichts deutet kurz vor 10 Uhr darauf hin, was eine Stunde später am idyllischen Buga-Neckarufer-Weg abgehen wird. Hafenmeister Klaus Höger, Jugendleiter Andreas Grüdl und Bootsanlieger Harald Meuser vom Württembergischen Motorbootclub Heilbronn putzen ohne Stress seit 9 Uhr am Vereinsheim den überdachten Arbeitsponton heraus.

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Von dieser acht Meter langen und drei Meter breiten schwimmenden Plattform werden später die Boote auf Höhe des Wasser- und Schifffahrtsamtes ins Wasser gesetzt. "Der Alte Neckar hat hier eine Tiefe von 2,20 Meter", sagt Klaus Höger. Der 30 PS-Außenbordmotor hält stabil die Position.

Oliver Wörz und Kai Rudolph von der Berufsfeuerwehr Heilbronn sind unter einer Weide am Ufer dabei, sechs 20 Meter lange Feuerwehrschläuche mit Pressluft aus gelben Atemschutzflaschen zu füllen. "Acht Bar befinden sich in den Schläuchen", erklärt Oliver Wörz. Kurz vor dem Start bringen sie mithilfe eines Feuerwehrbootes die zusammengefügten Schläuche in Position. Vor der Fährlebühne bilden sie ein "V". Diesen Weg müssen die kleinen Boote bis ins Ziel nehmen.

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Kleine Papierboote, große Gaudi

Auf die Plätze, fertig, los: Mehr als 2000 Papierboote begeben sich vom Ponton des Württembergischen Motorbootclubs Heilbronn auf die 250 Meter lange Fahrt. Für genügend Schwung sorgt die Zeag, die beim Wehr mehr Wasser durchlässt.

Fotos: Andreas Veigel/Christiana Kunz

Schon Wochen zuvor haben Mitarbeiter des Medienunternehmens die Papierqualität auf dem Neckar getestet. "Normales Zeitungspapier wiegt 45 Gramm pro Quadratmeter. Bei dieser Stärke wären die Boote sofort untergegangen", verdeutlicht Stimme-Prokurist Michael Beck. Ausgewählt wurde für die Regattaschiffchen schließlich ein 120 Gramm starkes Papier.

Ein Blick in den Zeitungsalltag

Am Rande des Events gewährt Michael Beck einen kurzen Blick in den Zeitungsalltag: Der Jahresverbrauch liegt bei 6300 Tonnen recyceltem Papier, eine Papierrolle wiegt im Schnitt 1,4 Tonnen, pro Jahr werden 80 Tonnen Bunt- und 48 Tonnen Schwarzfarbe benötigt, und die Rotation läuft mit 32.000 Umdrehungen pro Stunde.

Wenige Minuten nach 11 Uhr erklingt die Titelmelodie der TV-Serie "Das Traumschiff". Das Startsignal der Regatta. Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer übernimmt, dem Anlass angemessen mit Kapitänsmütze, die Moderation. Als fachkundige Unterstützung steht ihm Carina Bär zur Seite. Beeindruckt ist die einzige Olympiasiegerin aus der Region Heilbronn-Franken von den vielen Besuchern, die das Regatta-Spektakel vom Ufer aus hautnah erleben.

Besucher sind von der Schiffchen-Regatta angetan

Ganz begeistert ist Edelgard Reimold aus Heilbronn: "Ich habe ein Boot gefaltet. Es hat riesigen Spaß gemacht." "Schon lange habe ich nicht mehr gebastelt. Ich wollte sehen, ob ich es mit meinen 72 Jahren noch kann", lacht Johanna Degenhart aus Talheim. Hilfe bekam sie von Ehemann Volker.

Extra wegen der Regatta sind Annemarie und Herbert Menstell aus Herbolzheim auf die Buga gekommen: "In nullkommanichts hatten wir das Boot fertig", strahlen sie. "Wir haben unser Boot schwimmen sehen. Aber es war nicht unter den ersten", nehmen Rolf und Heidi Zweidinger aus Nordheim den Zieleinlauf gelassen: "Der Spaß an der Freud" überwiegt."

Kleine Papierboote, große Gaudi

Die Berufsfeuerwehrmänner Oliver Wörz (vorne) und Kai Rudolph justieren mit weiblicher Unterstützung den Zieleinlauf für Regattaboote.

DLRG-Helfer sammeln die Papierboote ein

Nachdem alle Boote mehr oder weniger aufrecht im Ziel angekommen sind, schlägt die Stunde der sechs DLRG-Helfer von der Ortsgruppe Lauffen. "Wir müssen aus Gründen des Umweltschutzes die Boote einsammeln, damit sie nicht zu weit treiben," beschreibt Wachleiter Marvin Kost die Aufgabe. Mit den DLRG-Booten "Eisbär" und "Dory" sind sie im Einsatz.


Die Sieger

Strahlende Gesichter gibt es bei der Siegerehrung am Abend auf der Sparkassenbühne. Das Boot mit der Nummer 00404 kam als erstes ins Ziel. Eine Flusskreuzfahrt für zwei Personen des Reisebüros Gross hat Sabina Müller (Heilbronn) gewonnen. Der zweite Preis, ein Familienwochenende im Center Parcs Allgäu, geht an Annette Brecht (Neckarsulm). Zwei VIP-Karten für ein Heimspiel der TSG Hoffenheim gewinnt Günter Wagner (Waldenburg). Dank Regatta-Platz vier kann sich Karoline Edelmann (Brackenheim) eine Auszeit für zwei Personen im Rappsodie Bad Rappenau gönnen. Und Platz fünf beschert Heide Lips (Heilbronn) einen Gutschein über 200 Euro aus dem Optik-Studio Im Blickpunkt in Erlenbach. Sarah Fulte, Assistentin von HSt-Chefredakteur Uwe Ralf Heer, hatte den Zieleinlauf per Kamera genauestens festgehalten.

 


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