Die "Willy Schneider" hatte auf der Buga 450.000 Fahrgäste

Bad Wimpfen  Buga-Schiffsführer Burkhard van de Lücht ist mit insgesamt 450.000 Gästen über den Neckar geschippert. Jetzt, wo alles vorbei ist, heißt es Abschied nehmen von Heilbronn. Der Kapitän fährt zurück in den Heimathafen Oestrich-Winkel.

Von Ute Plückthun
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Von Wolfgang Baars (rechts) zum Restaurantbesuch als Abschluss des Buga-Engagements eingeladen, legt Burkhard van de Lücht in Bad Wimpfen an.

Foto: Ute Plückthun

Die heitere Buga-Zeit ist zu Ende. Sagenhafte 2040 Rundfahrten hat Burkhard van de Lücht mit dem Ausflugsschiff "Willy Schneider" unternommen, 450.000 Gäste ließen sich von ihm auf dem Neckar transportieren. Jetzt steht für den Buga-Schiffsführer die 192 Kilometer lange Rückfahrt in den Heimathafen Oestrich-Winkel an.

Doch zuvor machte der rheinische Schiffsführer der "Willy Schneider" mit seiner Crew einen Zwischenstopp in Bad Wimpfen. Wolfgang Baars hat sie alle zum Essen eingeladen, um gemeinsam einen Schlusspunkt unter die Großveranstaltung zu setzen.

Neue Freundschaften

Die 173 Tage und die Liebe zum Element Wasser verbinden sie. "Bei Besprechungen in der Anfangszeit waren die Leute vom Schlepper immer dabei", erinnert sich van de Lücht an erste Kontakte: "Daraus ist eine Freundschaft entstanden."

Die "Leute vom Schlepper" sind Wolfgang Baars und Karl Paulus, beide ehemals auf "großer Fahrt", die drei Binnenschiffer Roger Staudt, der ehemalige Heilbronner Hafenmeister Heinz Haferkamp und Eugen Emmig aus Eberbach. Auslöser für ihr Engagement auf der Buga war die Zukunft der Haßmersheimer Fähre und eine Bürgerversammlung zu ihrer Rettung 2014. Als sie zur Fährlebühne wurde, "entstand die Idee, auch noch mit dem Schlepper was zu machen", erinnert Wolfgang Baars. Mit einer Gruppe von Berufsschülern wurde der "Neckar 11" in der Heilbronner Werft von Peter Geiger in "Hafenamt Heilbronn" verwandelt.

Burkhard van de Lücht war mit seinem Mitarbeiter Waldemar Snoch nach der europaweiten Ausschreibung dafür zuständig, die Besucher auf dem Neckar hin und her zu befördern. Bis auf zweieinhalb Tage im Mai, "da war Hochwasser". Er hat genau mitgezählt: 2040 Rundfahrten hat er mit der "Willy Schneider" absolviert. Für die 450.000 Passagiere war das Ausflugsschiff die Attraktion; "Selbst in der letzten Woche, als es relativ ruhig war, waren es trotzdem 2500 Leute am Tag."

Unterwegs auf dem Neckar

Zur Rückfahrt ist auch "Hilfsmatrose" Guido Schweickhardt an Bord. Der Berufsschullehrer aus Kassel, der dort Hafenmeister im Yachtclub und Ausbildungsleiter für den Sportbootführerschein Binnen ist, hatte in den Sommerferien für drei Wochen auf der "Willy Schneider" angeheuert und lässt sich jetzt in den niedersächsischen Herbstferien die Chance nicht entgehen, "den kompletten Neckar kennenzulernen". Fast den kompletten Neckar. Burkhard van de Lücht war nach Buga-Ende flussaufwärts geschippert, um einen befreundeten Neckarkapitän in Stuttgart zu besuchen. Auf dem Wasen war er auch.

Was Burkhard van de Lücht von der Buga mitnimmt? "Die Begeisterung der Leute, die mit dem Schiff gefahren sind", antwortet er prompt. Gern erinnert er sich an einen Heilbronner Rentner, der sich Kabautermann nannte und an 119 Tagen mitgefahren ist. Für van de Lücht war die Buga selbst ein bisschen "wie das Leben in der Käseglocke". Zeit zu einem Buga-Bummel hatte er nur während des Hochwassers und am Abend. Jetzt stehen für ihn erst einmal eine Rundfahrt im Rheingau und der Rückbau des Schiffes an, bevor am 14. November die Schiffsuntersuchungskommission vorbeikommt. "Normal ist das Steuerhaus am höchsten Fixpunkt 85 Zentimeter höher, für die Buga haben wir es komplett umgebaut."

Die größte Umstellung gibt es aber für Kater Sombra. Seit dem 13. April war der Dreijährige, der zu Hause in Winkel sonst den Garten gewohnt ist, an Bord der Willy Schneider. "Oben im Stellhaus, konnte er nachts im Schiff herumstromern und patrouillieren", erzählt sein Herrchen: "Mal sehen, wie er nach so langer Zeit wieder mit der Zivilisation zurechtkommt."


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