Warum es auf der Buga keinen Studentenrabatt gibt

Heilbronn  Die Bundesgartenschau hat die Altersgrenze für eine Ermäßigung auf 25 Jahre festgesetzt und sich dabei am Kindergeld orientiert. Ältere Studierende zahlen also den vollen Eintrittspreis. Das finden nicht alle gut.

Von Bärbel Kistner und Lena Reyda

Warum es auf der Buga keinen Studentenrabatt gibt

Vom Campus zum Buga-Gelände sind es nur ein paar Meter. Wie viele Studenten wohl die Gartenschau besuchen? Wer über 25 ist, zahlt 23 Euro Eintritt. Foto: Archiv

 

Wer ab 17. April die Heilbronner Bundesgartenschau besucht, kann sich neben tollen Attraktionen und Ausstellungen unter Umständen auch über Ermäßigungen freuen - oder muss sogar gar nichts bezahlen. Kinder bis zum 15. Geburtstag etwa haben freien Eintritt. Senioren ab dem 67. Geburtstag zahlen 21 statt regulär 23 Euro für das Tagesticket.

Diskussion um Preise

Diskussionen hat es zuletzt um die Preisgestaltung für jüngere Besucher gegeben. Die Buga orientiert sich auch bei dieser Gruppe ausschließlich am Alter. Stichtag für eine Ermäßigung ist der 25. Geburtstag, acht Euro kostet die Karte für junge Erwachsene. Das heißt, wer noch studiert und älter ist, muss den vollen Preis von 23 Euro bezahlen. "Für uns war nicht der Status ausschlaggebend", erklärt Buga-Sprecherin Suse Bucher-Pinell. Die Altersgrenze habe man gewählt, weil auch Kindergeld nur für unter 25-jährige Studierende bezahlt wird.

Bildungscampus grenzt direkt an Buga

Dass es unter Studenten zu Unmut führt, bestätigt das Meinungsbild, das die Heilbronner Stimme auf dem Bildungscampus eingeholt hat. Dieser grenzt direkt an das Gartenschau-Gelände an. Der neue Campus-Park hinter der Rollschuhbahn ist sogar Bestandteil des Buga-Areals. Er wird aber erst nach der Gartenschau frei zugänglich sein.

Wer über 25 ist, findet die Preisgestaltung ärgerlich. Den vollen Preis bezahlen zu müssen, wirke abschreckend. Da sind sich die betroffenen DHBW-Studenten einig. Ein häufigerer Besuch der Buga wird deshalb ausgeschlossen. Die Eintrittspreise noch mal zu überdenken und die Altersgrenze für junge Erwachsene auf 30 Jahre anzuheben, dieser Vorschlag macht auf dem Campus die Runde. Dass er von der Buga aufgenommen wird, ist allerdings sehr unwahrscheinlich: Die Gartenschau-Flyer sind längst gedruckt, der Ticket-Vorverkauf läuft seit fast einem Jahr.

Auch interessant: Heilbronner Buga-Pavillons sind weltweit einzigartig

 

Ein Drittel der Hochschüler sind über 25

Wie viele Studierende sind denn überhaupt von der Regelung betroffen? An der Heilbronner Hochschule sind immerhin derzeit 2829 der 8500 Studenten über 25 Jahre alt, das ist ein Drittel. Den hohen Altersschnitt erklärt Hochschulsprecherin Johanna Malz damit, dass ein Teil der Studierenden nicht den normalen Gymnasialabschluss hinter sich hat. Viele kommen über berufliche Gymnasien, den zweiten Bildungsweg oder sie haben zuerst eine Ausbildung gemacht.

Auch interessant: Das Wichtigste zu den Buga-Dauerkarten

Bei der DHBW sind von 1300 Studierenden knapp 200 über 25. Das sind 15 Prozent. Allerdings: Wer an der Dualen Hochschule studiert, hat einen Arbeitsvertrag und ein geregeltes Einkommen. Das gilt auch für die Masterstudenten am Center for Advanced Studies (CAS). Die knapp 1200 CAS-Studenten studieren berufsbegleitend, viele haben bereits einige Jahre gearbeitet, erläutert Bastian Kieper. Das erkläre den hohen Altersschnitt: Nur ein Viertel ist unter 25 Jahre alt.

Altergrenze nicht immer ungerecht

Für CAS-Sprecher Kieper zeigt die Diskussion über die Studenten-Rabatte, dass "Grenzen immer schwierig sind." Bei manchen sei die Altergrenze ungerecht. Bei anderen, die einen Job haben und Geld verdienen, sei es durchaus in Ordnung, wenn ihnen kein Studentenrabatt gewährt wird.

Einzig bei Menschen mit Handicap hat die Bundesgartenschau auf eine Altersbeschränkung verzichtet: Diese können generell die Buga für acht Euro besuchen.

 

Themenseite Buga 2019

Viele weitere Informationen zur Bundesgartenschau finden Sie auf unserer Themenseite unter https://buga.stimme.de