So geht es auf dem Heilbronner Buga-Gelände weiter

Heilbronn  Die Stadt Heilbronn hat bei einer Infoveranstaltung darüber informiert, was nach der Bundesgartenschau auf dem Gelände im Neckarbogen geplant ist.

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Am Dienstagabend hat die Stadt Heilbronn zu einer Infoveranstaltung geladen. Foto: Matthias Heibel

Gut 800 Besucher wollten am Dienstagabend wissen, wie es nach der Buga im Neckarbogen weitergeht. Die Stadtverwaltung hatte zu einer Infoveranstaltung in die Harmonie eingeladen, um Details zu den für viele spannenden Fragen zu präsentieren. Zunächst ist das ehemalige Ausstellungsgelände gesperrt. Nach und nach sollen Hafenpark und Campuspark wieder zugänglich werden. Die Verbindung zur Innenstadt über die Kranenstraße soll bereits im November für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet werden. Autos sollen dort keine mehr fahren. 

Fahrplan ab 2020

Stadtplanungsamtsleiter Dr. Christoph Böhmer erläuterte die nächsten Schritte für die weitere Bebauung: „80 Prozent liegen noch vor uns.“ Sprich: Die zur Buga fertiggestellten 23 Gebäude entsprechen 20 Prozent der späteren Bebauung. 2020 übernimmt die Stadt das Gelände von der Buga. Der Fruchtschuppen wird abgerissen.

Das erste Investorenauswahlverfahren beginnt. 2021 steht dann der Baubeginn an: Angrenzend an die Jugendherberge geht es los. Die Schule wird auf dem Fruchtschuppenareal entlang der Bahnlinie gebaut. Einzelheiten dazu wurden nicht preisgegeben. Bürgermeisterin Agnes Christner verwies auf den Schulentwicklungsplan, der derzeit ausgebarbeitet wird. An anderer Stelle war aber bereits die Rede davon, dass eine Privatschule in Trägerschaft der Dieter-Schwarz-Stiftung entstehen soll.

Neue Wohngebäude auf der Paul-Fuchs-Allee

Entlang der Paula-Fuchs-Allee entstehen Wohngebäude. Der Neckarbogen-Süd als zweiter Bauabschnitt soll bis zum Jahr 2022 fertig sein. 2023 soll mit dem Bau der Gebäude auf der Sommerinsel begonnen werden. „Bis 2026 ist das Quartier bebaut, vorausgesetzt, die Konjunktur hält an, und das Glück ist uns gewogen“, betonte Böhmer. „Es ist ein dickes Brett, das wir bohren“, erklärte Baubürgermeister Wilfried Hajek in Bezug auf die Infrastruktur.

Erste Priorität hat der Ausbau der Paul-Fuchs-Allee mit einer Unterquerung der Hafenstraße und einem Kreisverkehr. Die Paula-Fuchs-Allee solle den Charakter eines städtischen Boulevards haben. Mitte 2021 ist Baubeginn, spätestens Anfang 2023 soll die Verkehrsfreigabe erfolgen, und damit die Umfahrung der Innenstadt möglich sein – um dann vor allem den Bereich Gerberstraße zu entlasten.     
 
Brücke über die Bahngleise

Was soll aus der Brücke werden? Derzeit laufen die Ausschreibungen, eine Einschätzung kann Hajek dazu noch nicht geben. Oberbürgermeister Harry Mergel hatte bei der Stimme-Lokaltour am vorletzten Tag der Buga angekündigt, dass die Stadt sich Zeit nehmen wolle für eine Entscheidung und die Verhältnismäßigkeit von Kosten und Nutzen nochmal prüfen wolle. Mit viel Beifall bedacht wurde auch die erneut bekräftigte Zusage, die Fährlebühne zu erhalten. 

Nochmals bekräftigt haben die Vertreter der Verwaltung den Erhalt der Park- und Freiflächen: 20 Hektar dauerhaftes Grün gibt es  im Quartier. Die Seen behalten ihre Funktion als Regenrückhaltebecken. Die Uferbereiche mit den Holzdecks und den Spielplätzen bleiben ebenso bestehen wie der gesamte Hafenpark und Neckaruferpark. Auch das Beachvolleyballfeld im Wohlgelegen bleibt bestehen, genauso wie der Sportpunkt und das Gradierwerk im Campuspark. Die Pavillons werden nach Mannheim gehen, ein Termin steht noch nicht fest.     

Wer kommt zum Zug

Erster Bürgermeister Martin Diepgen erläuterte die Leitplanken für das Quartier: Das bei der Stadtausstellung erfolgreich erprobte Investorenauswahlverfahren wird auch für die Weiterbebauung angewendet. Das bedeutet, dass die  Grundstücke nicht nach Höchstpreis, sondern nach Konzept vergeben werden. „Qualitätskriterien haben höchste Relevanz.“ Auch bezahlbarer Wohnraum soll entstehen. Der Gemeinderat wird über eine Förderquote entscheiden.

Zugang zum Gelände

Aktuell ist das ehemalige Ausstellungsgelände gesperrt. Nur der Bereich um die Wohngebäude und der Neckaruferpark zwischen Jugendherberge und Alter Reederei sind öffentliches Gelände und frei zugänglich. Ab November sind dann Campuspark und die Treppen zum Neckar freigegeben. Die Verbindung zur Innenstadt über die Kranenstraße soll im November für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet werden. Ab Januar ist dann der Hafenpark und ein Großteil des Geländes wieder zugänglich, ausgenommen die Sommerinsel und der Bereich um den Fruchtschuppen.

 

 


Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel  

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