Mitten in Heilbronn und immer die Natur im Blick

Heilbronn  Die Bundesgartenschau in Heilbronn will in den unterschiedlichsten Bereichen nachprüfbar nachhaltig agieren und dabei als Vorbild für andere Großveranstaltungen dienen.

Von Christian Gleichauf

Mitten in der Stadt und immer die Natur im Blick

Mit einer Umwelterklärung startet die Buga ins neue Jahr: Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas (v.l.) mit OB Harry Mergel, Umweltminister Franz Untersteller, IHK-Justiziar Stefan Widder und Gutachter Thorsten Grantner.

Foto: Ralf Seidel

Zum ersten Mal soll eine Bundesgartenschau auch bei der Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen. Im Beisein des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) erhielt die Buga Heilbronn GmbH das sogenannte EMAS-Zertifikat.

Neben konkreten Maßnahmen etwa zur Vermeidung von Müll soll die Schau auch als Lernort für die Besucher dienen.

In guter Gesellschaft

Mit dem "anspruchsvollsten Zertifikat" in diesem Bereich begibt sich die Buga in eine Reihe mit Veranstaltungen wie der Weltklimakonferenz in Bonn 2017 oder dem Kirchentag, sagte Oberbürgermeister Harry Mergel. Gutachter Thomas Grantner ergänzte, dass dies Veranstaltungen von sehr kurzer Dauer gewesen seien. Eine Bundesgartenschau, die über ein halbes Jahr läuft, stelle die Verantwortlichen vor ganz andere Herausforderungen. "Eine Gartenschau ist ja erst einmal nicht nachhaltig", erklärte Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Man bringe viele Menschen auf die Straße.

35.000 Euro kostet die Beurkundung, die Hälfte davon übernimmt das Umweltministerium. Dabei sind viele Anstrengungen schon vor dem Gutachten unternommen worden, wie Faas erläuterte. "Aber bei manchen Themen wurden wir einfach noch aufs Pferd gehoben." So etwa bei der Biodiversität, der biologischen Vielfalt. Die habe von Anfang an eine Rolle gespielt, jetzt wird das Thema aber herausgearbeitet. "Wir haben die Zaun- und Garteneidechsen nicht einfach umgesiedelt. Wir haben auf dem Gelände Lebensräume geschaffen." Dazu sei eine Rasenmischung verwendet worden, die kleine Fliegen anzieht, die den Eidechsen wiederum als Futter dienen. Eins greift ins andere.

Mehr zum Thema: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt zur Eröffnung der Bundesgartenschau 2019 am 17. April nach Heilbronn

 

Greenwashing soll vermieden werden

Für Gutachter Grantner ist die Nachprüfbarkeit von zentraler Bedeutung. Ein "Greenwashing" soll es nicht geben - dass öffentlich beworben wird, was gar nicht stimmt. Deshalb wird seine Firma Omni-Cert die Buga weiter eng begleiten.

Mehrere Punkte waren den Verantwortlichen noch wichtig. Zum einen sei die Buga in Heilbronn auch deshalb vorbildlich, weil auf der ehemaligen Industriebrache ein neuer Stadtteil entsteht, der sparsam mit Flächenversiegelung umgeht. Der See sei nicht nur zur Erholung angelegt worden, sondern habe auch Funktionen als Regenrückhaltebecken und als Reservoir für die Bewässerung. Und: Besucher der Buga sollen gezeigt bekommen, wie ein Garten aussehen kann, damit sich Pflanzen und Tiere wohl fühlen.

Kein Volksfest mit Einweggeschirr mehr?

Ein ganz konkreter Ansatz ist, dass bei der Buga Mehrweggeschirr zum Einsatz kommt. "Ich glaube, dass es danach auch bei anderen Großveranstaltungen in Heilbronn kein Zurück zum Einweg mehr gibt", sagte OB Mergel. Davon ist auch der Umweltminister überzeugt: "Heilbronn ist in dieser Hinsicht Leuchtturm für alle Großveranstaltungen im Land, vom Bundesligaspiel über den Wasen bis zum Maimarkt."

 

Themenseite Buga 2019

Viele weitere Informationen zur Bundesgartenschau finden Sie auf unserer Themenseite unter https://buga.stimme.de

 

 

 

 

 
 

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