In diesem Garten wächst Heilbronner Geschichte

Heilbronn  Der Buga-Freundeskreis lässt die Geschichte der Stadt mit Ausstellungsstücken aufleben und bietet eine Plattform für persönliche Heilbronner Geschichten. Die Heilbronner Stimme beteiligt sich mit einer digitalen Informations-Stele an dem Projekt im Herzen des Buga-Geländes.

Von Christian Klose

In diesem Garten wächst Heilbronner Geschichte

Eine Plattform für Informationen über Heilbronn auf der Buga: Über das Fundstücke-Regal samt Monitor im Grünen freuen sich Hartmut Weimann (Buga-Freundeskreis), Oliver Toellner (Buga), Dagmar Weigel (Stimme-Archiv) sowie der Verleger der Heilbronner Stimme, Tilmann Distelbarth (von links). Hier an dieser Info-Stele kann man auch täglich digital die Zeitung lesen.

Foto: Andreas Veigel

Es ist ein besonderer Ort auf der Bundesgartenschau. Zwischen Bäumen, die bei Wind anregend und angenehm rascheln, gibt es hier allerhand Interessantes zu sehen und zu erfahren. Hier ist, wenn man so will, das Heilbronner Herzstück der Buga 2019. Hier im "Heilbronner Garten" des Freundeskreises der Bundesgartenschau schlägt das Herz für die Stadt und die Gartenschau auf anschauliche Art und Weise.

Neben Fundstücken des Industriegeländes werden hier in einer wechselnden Ausstellung Erinnerungsgegenstände, Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen gezeigt. Hier ist auch die kleinste Bühne auf der Buga mit einer entsprechend heimeligen Atmosphäre. "Es ist ein besonderes Projekt mit Charme", sagt Hartmut Weimann, Vorsitzender des Freundeskreises.

Plattform für persönliche Heilbronner Geschichten

Im Regal stehen alte Flaschen, Schilder, Kleiderbügel und andere Fundstücke. Alle sind Schlaglichter der Heilbronner Vergangenheit. Hier lässt der Buga-Freundeskreis die Geschichte des Ortes mit Ausstellungsstücken aufleben und bietet eine Plattform für persönliche Heilbronner Geschichten.

Verantwortlich für das Regal ist Hildegard Braun-Hoffmann. Hier soll man sich austauschen, sich begegnen, sich erinnern, in Ruhe ins Vergangene und lange Verborgene eintauchen, Heilbronn haptisch erleben.

Das geht aber auch digital und per Touch-Funktion: Im Regal gibt es einen großen Monitor, der weitere Informationen zu den Fundstücken bietet, außerdem 173 Zeitungsseiten aus dem Archiv der Heilbronner Stimme − für jeden Buga-Tag eine. Dagmar Weigel von der Stimme-Abteilung Dokumentation und Archiv hat die Seiten über Heilbronner Geschehnisse für die Buga-Besucher zusammengetragen, die man am Bildschirm dieser Stele lesen kann. Apropos: Auf dem Bildschirm können Besucher auch das E-Paper der Heilbronner Stimme lesen und sich aktuell informieren.

Monitor kommt gut an

"Wir wollen hier die Leute an den Erlebnissen und Geschichten interaktiv teilhaben lassen. Es drücken viele Kinder auf den Monitor, aber auch viele Erwachsene", freut sich Nicola Krauth vom Freundeskreis. "Der Monitor wird gut angenommen, wie das ganze Regal auch." Laut Vereinsvorsitzender Weimann sei der Garten der Heilbronner auch bereits zum festen Treffpunkt des Freundeskreises und der mehr als 500 Mitglieder geworden. "Es kommen aber auch viele Heilbronner mit ihren vielschichtigen Geschichten, dieser Ort ist die sichtbare Identifikation mit der Buga." Nahezu täglich würden Heilbronnerinnen und Heilbronner vorbeischauen und fragen: "Kann ich euch auch noch etwas liefern?"

"Die Mitglieder des Buga-Freundeskreises sind ja auch unsere Buga-Info. Das Projekt des Gartens hier hat für eine Bundesgartenschau eine Einmaligkeit", betont Buga-Prokurist Oliver Toellner. Mit dem Blick auf die Kulisse der neuen Stadtausstellung sei der Garten auf der Buga nicht nur als Standort richtig, sondern auch im thematischen Sinne. Denn die Frage "Wo kommen wir her?" spanne mit dem Blick von alten Fundstücken auf den neuen Stadtteil Neckarbogen schon an sich einen Bogen auf Entwicklung.

Tilmann Distelbarth unterstützt den Garten von Heilbronnern für Heilbronner nicht nur als stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises, sondern auch als Verleger der Heilbronner Stimme. "Ich finde es überhaupt erst einmal toll, dass wir uns hier als Zeitung auf der Buga beteiligen und als Plattform für Informationen präsentieren können", sagt Distelbarth.

Auch er hält den Ort und das Projekt für etwas Besonderes, denn: "Ohne die Geschichte gibt es keine Gegenwart. Sie ist das Saatkorn. Es ist wichtig, zu wissen, was früher war, um das Heute beurteilen zu können. Das ist vor allem auch im regionalen Kontext wichtig, um zu sehen, woher wir kommen." Und Oliver Toellner ergänzt im Sinne der Buga und des entstehenden Stadtteils: "Es ist auch wichtig, um zu wissen, wo man hinwill." Der Beitrag der Stimme mit den Zeitungsseiten bilde hierfür die Klammer.

 


Heilbronner Stunde

An drei Tagen in der Woche, nämlich donnerstags (18.30 Uhr), samstags und sonntags (jeweils 14 Uhr) laden die Freunde der Buga die Besucher zur "Heilbronner Stunde" in den Garten der Heilbronner auf das Buga-Gelände ein. Dabei kann man Menschen treffen, die ihre persönliche Heilbronner Geschichte erzählen. "Die Termine waren bisher allesamt wirklich toll und gut besucht", freut sich Nicola Krauth von der Freundeskreis-Geschäftsstelle. Ziel der "Heilbronner Stunden" ist es, Anekdoten und andere Erlebnisse auszutauschen oder vor der kleinen Bühne im Heilbronner Garten einfach zuzuhören. Auch in dieser Woche gibt es wieder drei Beiträge, unter anderem mit Rainer Moritz, der sich gerne an Heilbronn erinnert. Hier die Termine und Themen: Heute, 18.30 Uhr: Martin Märklen: "Meine Kindheit auf dem Buga-Gelände"; Samstag, 18. Mai, 14 Uhr: Roswitha Löffler: "Die Erbswurst und Heilbronn"; Sonntag, 19. Mai, 14 Uhr, Rainer Moritz: "Erinnerungen an die 60er und 70er Jahre in Heilbronn."

Wer sich beteiligen möchte mit seiner persönlichen "Heilbronner Geschichte" und einem damit verbundenen Gegenstand, kann sich per E-Mail beim Buga-Freundeskreis melden: nicola.krauth@buga2019.de.


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