Drei Eheringe landeten bei den Fundsachen

Heilbronn  Täglich haben Gäste auf dem Buga-Gelände zum Teil wertvolle Dinge verloren: Autoschlüssel, Handys, Hörgeräte, viel Kleidung. Auch kuriose Dinge waren darunter.

Email

Susanne Villinger zeigt aktuelle Fundsachen von der Buga, den Geldbeutel einer Öhringer Schülerin mit Fahrkarte, Plüschhase, Brillen, viele Kleidungsstücke.

Foto: Carsten Friese

Wenn mehr als zwei Millionen Besucher über die Buga flanieren, bleibt eines dabei nicht aus: Dass Gäste irgendetwas liegen lassen, vergessen, verlieren.

Wer bei Susanne Villinger zu den Fundsachen nachfragt, der Referentin von Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas, erhält überraschende Antworten. Jeden Tag seien herrenlose Dinge abgegeben worden, immer wieder hätten Besucher sich auch telefonisch nach verlorenen Gegenständen erkundigt.

Dicker Aktenordner voller Einträge

Kuriose Dinge waren darunter, bei denen man sich fragt, wie kann man das verlieren...? Villinger verweist auf drei Eheringe, die in ihrem Büro als Buga-Fundsachenbeauftragte landeten. Nur einer sei wieder abgeholt worden − von einer Frau, die das Wiedersehen mit dem besonderen Schmuckstück "sehr glücklich" machte. Wie und wo ihr der Ehering auf dem Buga-Gelände abhanden kam, konnte sie indes nicht erklären.

Wertsachen wie Schmuck, Geldbeutel, Handys, Tablets, Kameras oder Haus- und Autoschlüssel kamen zu Villinger ins Büro, wo sie dokumentiert wurden mit Fundtag, Fundort, dem Finder. Einen dicken Aktenordner voller Einträge holt Villinger hervor. Manchmal konnte sie rasch helfen, wenn zum Beispiel der Ausweis oder eine Telefonnummer im Geldbeutel war. War der Besitzer ausfindig gemacht, "haben wir die Sachen kostenfrei zugeschickt", erklärt die Fundsachen-Beauftragte. Ein Buga-Service für Vergessliche.

Wertsachen werden ein halbes Jahr aufbewahrt

Einmal in der Woche fährt der Hausmeister die aktuellen Fundsachen ins Fundbüro der Stadt, um Platz für neue zu schaffen. Im Fundbüro werden die Objekte in einem speziellen Buga-Schrank aufbewahrt. Ein halbes Jahr beträgt die Aufbewahrungsfrist für Wertsachen. Kleidungsstücke werden nur zwei Monate aufgehoben, weil der Platz sonst nicht mehr ausreicht, war im Büro zu erfahren. Wegen mindestens 300 verlorener Objekte meldeten sich Buga-Besucher bei den Veranstaltern. Über 500 Sachen, schätzt Villinger, seien von Mitarbeitern oder anderen Gästen insgesamt gefunden und abgegeben worden. Nicht immer konnte die Buga helfen. Bei vier Anfragen wegen Hörgeräten musste Villiger passen. "Sie sind so klein. Wenn sie zum Beispiel in ein Blumenbeet fallen, sieht man sie nicht mehr."

Auch im See landet so einiges 

Fundbüro Stadt Heilbronn

Marktplatz 7, Telefon 07131/56-2076

Die Rangliste der verlorenen Wertsachen: "Jede Menge Handys", erklärt Villinger. Vor allem wegen der gespeicherten Nummern und Fotos waren die Menschen erleichtert, wenn sie ihr Mobiltelefon wieder abholen konnten. Hausschlüssel und Geldbörsen zählen ebenfalls zu den Nummer-eins-Verlustsachen. Es folgen Autoschlüssel, Uhren, Schmuck. Hauptfundorte waren das Areal um Wein-Villa und Sparkassenbühne, Fruchtschuppen, Strand und Strandspielplatz.

Dankbarkeit der Menschen erlebte Villinger öfter. Blumen oder Schokolade erhielt sie schon mal nach erfolgreicher Übergabe. Eine Mutter war heilfroh, als sie den roten Kinderrucksack ihres Sprössling wieder fand und ihrem Kind übergeben konnte.

Kurios: Ein Stand-up-Paddler verlor eine teure Gleitsichtbrille beim Paddeln im Karlssee. Es bestehe noch Hoffnung, sagt Villinger. Einmal im Monat gehen Taucher in den See. Vielleicht finden sie ja was.

 


Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.   

Kommentar hinzufügen