Baugruppe feiert erstes Richtfest auf Buga-Gelände

Heilbronn  Mit allerhand Anspielungen auf die eigene "Mission" feierte die Baugruppe Apollo 19 am Freitagabend Richtfest: Das erste überhaupt im Heilbronner Stadtteil Neckarbogen, also im Areal der Bundesgartenschau 2019.

Von Kilian Krauth

"Hallo Heilbronn, wir haben kein Problem - im Gegenteil!" So in etwa lautete die Botschaft der Buga-Planerin Barbara Brakenhoff, die sie in Anspielung an ein Zitat aus einem Apollo-13-Film beim Richtfest übermittelte. Sie trat damit Gerüchten entgegen, wonach manche der 22 Musterhäuser für die Stadtausstellung 2019 nicht rechtzeitig fertig werden könnten. "Ende Juli 2018 müssen die Außengerüste abgebaut sein", sagte sie, damit anschließend mit der Gestaltung der Grünanlagen und Wege begonnen werden könnte. "Der Innenausbau kann ruhig länger dauern."

Dass mit Apollo 19 nun ausgerechnet eine Baugemeinschaft, also kein Bauträger, das erste Richtfest feiert, nannte Brakenhoff  ein "tolles Zeichen". Wie deren Sprecher und Triebfeder Robert Kömmet erklärte, hätten hier 17 Personen in neun Parteien 15 Wohnungen zusammen geplant, und zwar mit Unterstützung des Mannheimer Architekturbüros  Motorlab. "Das schweißt natürlich zusammen, man motiviert sich gegenseitig, reibt sich aneinander, fühlt sich aber wie eine große Gemeinschaft."  Auch die Projektkosten von rund drei Millionen Euro, inklusive Baugrund, werden von den 36 bis 65 Jahre alten "Eigenheim"-Besitzern gemeinsam finanziert. Kömmet bedankte sich unter anderem für die gute Kooperation mit den Nachbarn: Kruck und Siedlungswerk.

Der Neckarbogen wird zum Wohnviertel

Robert Kömmet, Sprecher der Baugemeinschaft.  

"Solche Baugruppen sind ein Modell, das wir uns auch für die Weiterentwicklung des restlichen Stadtteils wünschen, weil sie integrativ wirken und zur Identifikation mit dem Wohnort beitragen", sagte Brakenhoff. Nach 2019  sollen im Neckarbogen weitere Häuser für insgesamt 3500 Bewohner und Arbeitnehmer errichtet werden. Wer dies managet, Stadt oder Buga GmbH oder ein anderer Koordinator, ist noch offen.

Die rund 400 Menschen, die schon während der Buga im Neckarbogen wohnen, sollen übrigens spezielle Bewohnerausweise bekommen, damit sie jederzeit nach Hause kommen können, wie Buga-Mitarbeiter Jan Fries auf Stimme-Anfrage sagte. Autoverkehr sei aber tagsüber nicht möglich, man müsse also am Rande parken. "Aber das wissen alle, es wurde sogar im Grundbuch fixiert", erklärt Fries. Während der Buga sollen die Häuser und Innenhöfe Teil der Ausstellung sein.

Gute Aussicht und eine Weinbar im Erdgeschoss

Die Vorfreude der "Apollo-19-Pioniere" ist groß. Ellen Schneider-Kohler wird später im sechsten Stock wohnen, mit Blick auf die beiden neuen Seen und weit darüber hinaus nach Westen. Und Sabine Woydt freut sich bereits auf die öffentliche Weinbar, die im Erdgeschoss eingerichtet werden soll. Bauleiter Roland Ehrenfried von der Firma Amos (Brackenheim) brachte beim Richtspruch nach einigen Schlückchen Trollinger-Lemberger die Sache auf den Punkt: "Mitten in Heilbronn gelegen, lässt es sich doch sehr gut leben."

Neben der ansprechenden Architektur legte die Baugruppe wert auf energetische Aspekte. Die lichtdurchlässige Fassade fängt Sonnenenergie ein, die erwärmte Luftschicht wird gesteuert. Beim Energieverbrauch orientiere man sich am Passivhaus-Standard, erklärt Robert Kömmet, der selbst Architekt ist. In dem Holz-Hybrid-Bau werde überall dort Beton verwendet, wo es wirtschaftlich Sinn mache und wegen Brandschutz notwendig sei. Über die Gebäudefront sind mehrere grüne Zimmer verteilt: verglaste Räume, die wie Wintergärten nicht beheizt werden. Im Sommer lässt sich die Verglasung öffnen. 

 

Themenseite Buga 2019

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