Am Tag danach verschwindet die Buga

Heilbronn  Einen Tag nach dem Ende der Bundesgartenschau hat auf dem Gelände der große Rückbau begonnen. Zäune sind aufgestellt, Beete eingeebnet und Kunstwerke demontiert.

 

Die Bleichinselbrücke hat sich am Tag danach schon fast wieder in das verwandelt, was sie eigentlich ist: eine vierspurige Hauptverkehrsader. Die Pflanztöpfe des sogenannten Topfteppichs sind komplett auf Lastwagen verladen. Auch die ersten Bäume der schwebenden Baumschule sind bereits abgeholt. Ab Donnerstag soll der Verkehrs ohne Eingangskontrolle und Zugangsbeschränkung in den Neckarbogen rollen. Das Stadtquartier ist ab diesem Tag öffentliches Gelände.

Auf dem Rückweg nach Künzelsau

Direkt vor dem Holzhochhaus Skaio klafft eine Lücke im Rasen: Die monumentale weiße Metallskulptur von Jaume Plensa ist in mehrere Teile zerlegt und hat ihren Rückweg nach Künzelsau angetreten. Die von Würth zur Verfügung gestellte, sitzende Figur aus Buchstaben und Zahlen wird vor beim Carmen-Würth-Forum wieder aufgebaut. Die Kunstwerke gehören zu den allerersten Gegenständen, die sofort am Montagmorgen demontiert werden. Auch die Skulptur der Badenden mit Ball vom Neckarufer ist bereits verpackt.

Auf dem ganzen Areal sind Transporter von Logistikunternehmen und Gartenbaufirmen unterwegs. Der Baustellenzaun ist gleich am ersten Tag danach aufgestellt worden, um das komplette Ausstellungsgelände zu sichern - nur noch Bauarbeiter haben von nun an Zutritt. Rund 15 kräftige Männer beginnen damit, die Sparkassenbühne auseinanderzunehmen. Auch das Gerüst vom Forum Heilbronn ist bis Donnerstag verschwunden. An der Wein-Villa ist Daniel Drautz mit einem kleinen Team dabei, den Container und die Kühlschränke zu leeren. Einige Dutzend Weinkartons sind übrig: "Zum Schluss hättem wir noch ein bisschen mehr ausschenken können." Die Klappstühle werden als neue Außenbestuhlung des Wein-Villa-Restaurants weitergenutzt.

Taucher im Karlssee

Stadt übernimmt Buga-Lounge

Oberbürgermeister Harry Mergel verkündet bei der Abschluss-Pressekonferenz eine Überraschung: Die Stadt übernimmt die Buga-Lounge im Eckgebäude des ersten Baufelds. Zur Buga war in der Erdgeschossfläche das neue Stadtmodell aus der Inselspitze aufgestellt. Zwei der gastronomischen Betriebe im Stadtquartier sind nur vorübergehend geschlossen. Die Bäckereifiliale von Übele öffnet am 17. Oktober wieder. Das Café Samocca hat bis zum 21. Oktober Betriebsferien. Für das ehemalige Riva am Floßhafen wird ein neuer Pächter gesucht.

Drei Taucher holen im 13 Grad kalten Karlssee die Installation der Wasserspiele heraus. Insgesamt 27 Tonnen wiegt das Equipment. Eine ganze Woche dauert es, bis drei Sattelzüge startklar sind und das Material zurück nach Wien bringen. Bei Regen brauchen die zehn Mitarbeiter von Daniel Ploil deutlich länger, deshalb hofft er zum Abbau auf gutes Wetter. "Es war ein traumhafte Zeit. Wir hatten während der ganzen Buga keine größere Störung und mussten nicht eine Show absagen."

Die Justizvollzugsanstalt hat ihre Ausstellung im Fruchtschuppen abtransportiert. Das Material der Blumenschauen ist fast gänzlich verschwunden. Spätestens bis Mitte der Woche ist die Halle leer geräumt. Dort lagert die Buga Metallstühle, Sonnenschirme und Liegestühle. Im Fruchtschuppen soll am zweiten Novemberwochenende der Abverkauf von Mobiliar und Pflanzen stattfinden.

Auch Beete an den Straßen geleert

Am Tag danach ist die Buga schon deutlich weniger bunt: Sämtliche Blumenkübel und mobilen Pflanzbeete am Floßhafen sind abgeholt oder geleert. Und auch entlang der Theodor-Fischer-Straße und zwischen den Häuserreihen ist die Blumenpracht dahin. Sämtliche Beete sind eingeebnet, der Sommerflor ist ausgegraben.

 


Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel  

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