Kaufland macht in Australien den nächsten Schritt

Melbourne  Im Raum Melbourne haben die Bauarbeiten für die ersten Filialen des Großflächendiscounters begonnen. Insgesamt wird Kaufland dort mehr als 300 Millionen Euro investieren und rund 2400 Stellen schaffen.

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Kaufland Australien
Montage: HSt, Foto: totajla/stock.adobe.com

Die Bauarbeiten für die ersten beiden Kaufland-Teststandorte in Australien im Umland von Melbourne haben in der vergangen Woche begonnen. „Unsere Filiale in Dandenong ist ein Meilenstein für unsere Entwicklung hier, sagte Landeschefin Julia Kern. Wann die ersten Filialen eröffnet werden, wollte sie aber nicht verraten. Davor müsse das Logistikzentrum fertig sein, dessen Bau bereits im Frühjahr begonnen hatte. Die Bauarbeiten werden mit zwei bis drei Jahren veranschlagt. Der Umbau des Kaufland-Vorstands in der Zentrale hat offenbar nicht zu Verzögerungen geführt.

Anlass für den Pressetermin mit dem Wirtschafts- und Finanzminister des Bundesstaats Victoria war, dass das Unternehmen Baugenehmigungen für zwei weitere Filialen erhalten hat. Für weitere neun Standorte läuft derzeit der Genehmigungsprozess – alle im Bundesstaat Victoria. Das Unternehmen wird dort mehr als 300 Millionen Euro investieren und etwa 2400 Stellen schaffen. 

Lidl hatte sich in den USA die Finger verbrannt

Zuletzt hatte es vermehrt Meldungen über mögliche Standorte auch in anderen Bundesstaaten gegeben. Zunächst wird der Fokus der Expansion dort liegen – die Schwester Lidl hatte sich beim parallelen Start in mehreren US-Bundesstaaten die Finger verbrannt. Dort wurde dieser Tage die 70. Filiale eröffnet.

Julia Kern, Kaufland Australien
Julia Kern, Landeschefin von Kaufland in Australien. Foto: Kaufland

Den Rest von Australien haben die Neckarsulmer dennoch im Blick. Ziel sei es, das Konzept „in ganz Victoria und Australien“ umzusetzen, so die 30-jährige Topmanagerin. Auch in Australien setzt das Unternehmen auf die Strategie, dass die Kunden dort ihren kompletten Wocheneinkauf erledigen können. Geplant sei ein Mix aus australischen Produkten, bekannten Marken und Eigenmarken, wie ein Sprecher sagte.

Mehr zum Thema: Die Schwarz-Gruppe will beim Start in Australien Fehler vermeiden

 

Kaufland Ilsfeld galt als Prototyp für die Übersee-Märkte

Die Bilder, die das Unternehmen bei dem Pressetermin zur Verfügung stellte, sind Innenaufnahmen aus dem Kaufland in Ilsfeld, das als Prototyp für den Eintritt der Neckarsulmer in den ersten Übersee-Markt galt. Im Mai hatte Schwarz-Gruppen-Chef Klaus Gehrig angekündigt, dass er bald nach Australien reisen werde, um das Ladenkonzept endgültig zu verabschieden. Es werde sich eher an kleineren Kaufland-Märkten orientieren, wie sie in osteuropäischen Ländern erfolgreich sind.

Das Konzept steht jetzt offenbar. Gehrig sprach damals allerdings von 20 bis 25 Filialen, die genehmigt seien. Das Logistikzentrum im Norden von Melbourne ist allerdings so ausgelegt, dass ähnlich wie in Deutschland mehr als 100 Filialen beliefert werden können. Der Markteintritt in Australien sei „eine langfristige und nachhaltige Investition“, sagte Julia Kern.

 


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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