Export verliert an Tempo - Schwächeres Wachstum erwartet

Frankfurt/Main (dpa)  Handelskonflikte dämpfen den Welthandel und sorgen für Unruhe. Das bremst die Geschäfte deutscher Exporteure. Baustellen gibt es aus Sicht der Unternehmen aber auch im Inland.

Handelskonflikte dämpfen Export
Im Containerterminal Altenwerder. Deutschlands Exporteure rechnen angesichts internationaler Handelskonflikte und politischer Unsicherheiten in diesem Jahr mit einem deutlich schwächeren Wachstum als 2018.

Internationale Handelskonflikte und politische Unsicherheiten belasten die Geschäfte deutscher Exportunternehmen. Der Außenhandelsverband BGA rechnet für 2019 inzwischen mit einem halb so starken Wachstum wie im vergangenen Jahr.

«Wir gehen davon aus, dass das Exportvolumen in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigt», sagte Holger Bingmann, Präsident des Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) der Deutschen Presse-Agentur. 2018 hatte es noch ein Plus von 3 Prozent gegeben.

«Ein Wachstum von 1,5 Prozent ist angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen und wachsenden Konkurrenz auf dem Weltmarkt vor allem aus China eine gute Nachricht», betonte Bingmann. «Dass zeigt, das deutsche Hersteller starke Produkte mit hervorragendem Service anbieten.» Zunächst hatte der BGA für dieses Jahr mit einem Anstieg der Warenausfuhren um bis zu 3,0 Prozent gerechnet. Zuletzt hatten mehrere Wirtschaftsverbände ihre Prognosen gesenkt.

Belastet werden die Geschäfte vor allem durch das schwächere Wachstum des wichtigen chinesischen Marktes und durch die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte. «Die Verunsicherung wächst durch die von einigen politischen Protagonisten verursachte Unruhe», sagte Bingmann. «Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China und den Unwägbarkeiten des Brexits sorgt der Konflikt zwischen Washington und Teheran für zusätzliche Verunsicherung.» Die Folge: Firmen halten sich mit Investitionen zurück, bei Unternehmen gehen weniger Bestellungen ein.

Sorgen bereitet den deutschen Exportunternehmen die Zunahme von Handelshemmnissen. «Dabei geht es nicht nur um Zölle, sondern auch um sogenannte nichttarifäre Hemmnisse, zum Beispiel technische Vorschriften», erläuterte Bingmann. Gerade letztere hätten stark zugenommen. «Manche Länder versuchen damit, heimische Branchen vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Wir sehen das mit Schrecken, für das Tagesgeschäft ist diese Entwicklung sehr belastend.»

Positiv bewertet Bingmann die Einigung der Europäischen Union (EU) mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur auf ein Freihandelsabkommen sowie die Vereinbarung mit Vietnam. «Entscheidend ist, dass man miteinander im Gespräch bleibt.»

An die Bundesregierung appellierte der BGA-Präsident, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern: «Wir brauchen dringend ein wettbewerbsfähiges Umfeld.» Dazu zählte Bingmann ein «zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz» mit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit sowie eine Unternehmenssteuerreform. Die Steuerbelastung deutscher Firmen sei im internationalen Vergleich besonders hoch.


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