Sozialverband: Ältere Menschen vor Isolation schützen

Berlin (dpa)  Während sich die Corona-Krise verschärft, mahnt VdK-Präsidentin Verena Bentele: Ältere Menschen, zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen, dürften nicht allein gelassen werden.

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Besuch in einem Altenheim - hinter Schutzlgas.

Der Sozialverband VdK hat dazu aufgerufen, in der Corona-Krise ältere Menschen vor Einsamkeit und Isolation zu schützen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das ist ein Punkt, der mir im Moment in den Debatten deutlich zu kurz kommt.» Das Problem der Einsamkeit dürfe nicht unterschätzt werden. «In den Pflegeeinrichtungen und Altenhilfeeinrichtungen gibt es immer noch zu wenig gute Konzepte, wie wir Begegnungen organisieren können - physisch mit Abstand oder digital», sagte Bentele. «Wir haben immer noch viele Einrichtungen, in denen der Telefonanschluss im Zimmer oder das WLAN nicht selbstverständlich sind, damit ältere Menschen mit ihren Angehörigen in Kontakt treten können oder mit Freunden.»

Bentele sagte weiter: «Wir sind verantwortlich dafür, ältere Menschen nicht alleine zu lassen, dass sie sich auch draußen treffen können mit Abstand, dass sie ihre Kinder oder Enkel sehen können und dass ihnen die Gesellschaft hilft. Gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalten sind im Moment das Allerwichtigste. Die Bekämpfung des Virus ist eine Aufgabe, die uns als Gesellschaft fordert.»

Die VdK-Präsidentin sagte außerdem, es gebe immer noch zu wenig Luftfilter in Einrichtungen für ältere Menschen. «Das zeigt, dass seit März nicht so viel passiert ist, wie ich mir gewünscht hätte. Im Sommer war vielleicht die Sicherheit zu groß. Wichtig ist auch, dass sich unser Parlament stärker in die Bewältigung der Situation einmischt.»

Mit Blick auf die vielen Neuinfektionen sagte Bentele, es sei wichtig, dass sich alle daran beteiligten, Abstand zu halten, Maske zu tragen und auf größere Menschenansammlungen zu verzichten. «Ich würde mir wünschen, dass die Maßnahmen einheitlicher werden und nicht jedes Bundesland und jede Kommune zum Teil andere Verordnungen hat. Das ist wichtig, um keine Verwirrung zu stiften.»

Die Maßnahmen müssten einheitlich und verständlich sein und besser kommuniziert werden. «Heute weiß ja eigentlich keiner mehr, wann wer wo hinreisen darf, was wir noch machen können. Das muss deutlich verständlicher werden.»

Der Sozialverband VdK ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verband. Der Verband hat mehr als 2 Millionen Mitglieder.

© dpa-infocom, dpa:201024-99-63122/2


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