Explosive Post: Verpackung führte auf die Spur des Verdächtigen

Ulm/Heidelberg/Neckarsulm  Nachdem Sprengstoffpakete bei drei süddeutschen Lebensmittelunternehmen für große Aufregung gesorgt haben, stehen die Ermittler vor einem Rätsel. Der verdächtige Rentner hüllt sich weiter in Schweigen.

Von dpa und unserer Redaktion
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In dieser Postannahmestelle in Ulm sollen die Sendungen aufgegeben worden sein. Foto: Adrian Hoffmann

Wie die Staatsanwaltschaft in Heidelberg mitteilte, hat sich ein Rentner auch Tage nach seiner Festnahme am vergangenen Freitag nicht zu den Anschuldigungen gegen ihn geäußert. Die Behörden halten ihn für den Täter, der die explosive Post an drei Lebensmittelunternehmen gesendet haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Dienstag waren es Ermittlungen zur Art der Sprengstoffpakete, die auf die Spur des Rentners führten.

Die drei Postsendungen waren demnach zeitgleich in derselben Postannahmestelle in Ulm aufgegeben worden. Zwar seien alle dabei angegebenen Absender fiktiv gewesen, jedoch habe man den tatsächlichen Absender über die Art des Verpackungsmaterials ermitteln können, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Selten genutztes Verpackungsmaterial

„Bei diesem Material habe es sich um eine von Privatpersonen verhältnismäßig selten genutzte Art der Verpackung gehandelt“, fügte er hinzu. Ermittler hätten herausgefunden, dass der Rentner sich solche Verpackungen kurz vor der Tat beschafft habe.

Die Serie hatte am vergangenen Dienstag in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort wurde ein Mann durch eine Verpuffung verletzt, als er ein Paket annahm. Am Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in der Nacht zu Donnerstag in einem Paktverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft.

 


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