Finanzhilfen für Investitionen in Werbung und Marketing

Berlin  Überbrückungshilfe III: Der Staat weitet in der Coronakrise die Unterstützung für Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige aus. Nun sollen auch Ausgaben für Digitalisierung, Werbung und Marketing bezuschusst werden.

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So viel steht fest: Die Corona-Pandemie verlangt allen viel ab. Am stärksten gebeutelt sind aber zweifelsohne Unternehmen, kleine und mittlere Betriebe, Solo-Selbstständige und Freiberufler, die der anhaltende Lockdown dauerhaft in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Schon seit dem vergangenen Jahr bietet der Staat gerade ihnen monetäre Unterstützung an, die jetzt mit der sogenannten Überbrückungshilfe III noch einmal erweitert wurde.

Förderfähig sind beispielsweise Miete und Pacht, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen, sämtliche Fixkosten für Wasser, Heizung und Strom, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Mietkosten für Maschinen und Fahrzeuge, Kosten für Reinigung und Hygienemaßnahmen. Erstmals bezuschusst werden bei der Überbrückungshilfe III jetzt aber auch Ausgaben für Digitalisierung, Werbung und Marketing – etwa der Aufbau eines Online-Shops oder Anzeigen in Print- und anderen Medien.

Hilfe ist an Voraussetzungen geknüpft

Voraussetzung für die staatliche Hilfe für den Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 sind Corona bedingte Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den ein Zuschuss beantragt wird. Maßgeblich für die Förderfähigkeit ist im Vergleich der Referenzmonat des Jahres 2019.

Erstattet werden bei Umsatzeinbußen von mehr als 70 Prozent bis zu 90 Prozent des Betrags. Wer zwischen 50 und bis zu 70 Prozent weniger Umsatz verzeichnet, kann bis zu 60 Prozent erhalten. Bei Einbußen zwischen 30 und weniger als 50 Prozent, steuert der Staat bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei. Die Höhe der Förderung ist auf 1,5 Millionen Euro begrenzt.

Ganz ohne Mühen und Papierkram geht die Beantragung aber nicht. Vorgelegt werden müssen viele allgemeine Angaben, Schätzungen zum voraussichtlichen Umsatz im Förderzeitraum und zu den voraussichtlichen Fixkosten in dieser Zeit. In jedem sind für die Bestimmung des Umsatzeinbruchs die korrekten Vergleichsumsätze aus 2019 vorzulegen. Als Nachweise dafür dienen Umsatzsteuervoranmeldungen, letzte Jahresabschlüsse, Steuerbescheide und Bewilligungen aus vorhergehenden staatlichen Hilfen.

Antrag und Steuern

Bislang sind die Corona-Zuschüsse zwar umsatzsteuerfrei, unterliegen aber der Ertragssteuer. Bei der Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuer hingegen können je nach Rechtsform des Unternehmens oder des persönlichen Steuersatzes Rückzahlungen des Förderbetrags an das Finanzamt fällig werden – im Extremfall bis zu 45 Prozent. Deshalb sollte jeder, der einen Antrag auf Überbrückungshilfe III stellen möchte, einen Experten zu Rate ziehen.

Beantragt werden kann die Staatshilfe für den Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 sowieso nur über Dritte – also über Wirtschaftsprüfer, Buchprüfer, einen Rechtsanwalt oder eben über den Steuerberater. Die Antragsfrist endet am 31. August. Laut Bundesfinanzministerium laufen die Auszahlungen für die Überbrückungshilfe III schon seit März. Zur Frage, wie lange sich die Antragssteller aber gedulden müssen, bis Geld fließt, gibt es keine konkreten Aussagen.

Wissenswertes

Mehr Infos zur Überbrückungshilfe III bietet die Homepage des Bundeswirtschaftsministeriums unter www.bmwi. de/Redaktion/DE/Coronavirus/Coronahilfe. Unterstützung bei der Beantragung gibt es unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de


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Kuebelwirth

Ulrike Kübelwirth

Autorin

Ulrike Kübelwirth volontierte 1980 bei der Heilbronner Stimme. Bis 1986 war sie Redakteurin in der Landkreisredaktion. Danach leitete sie bis 1992 die Nachrichtenredaktion bei Radio Regional. Vier Jahre in der Politikredaktion schlossen sich an, bevor sie 1996 in die Redaktion Sonderveröffentlichungen (Leben und Freizeit) wechselte, wo sie heute unter anderem für das Thema Garten zuständig ist.

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