Warum die Bundeswehr in Mali ist

Mali  Wie sich die beiden Bundeswehreinsätze in Mali momentan entwickeln, wie viele Soldaten dabei gestorben sind und was sie Deutschland kosten. Ein Überblick.

Von Christine Faget
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Bundeswehr in Mali
Ein deutscher Blauhelmsoldat unterhält sich während einer Patrouille in der Stadt Gao im Norden Malis mit einem Kind. Foto: Kristin Palitza/Archiv

1050 Bundeswehr-Soldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums momentan in Mali.

Zu welchen Missionen zählen die Soldaten?

900 Bundeswehr-Soldaten unterstützen die UN-Mission Minusma, 150 die EU Training Mission (EUTM). Bei der Minusma-Mission sind mehr als 50 Nationen beteiligt. 177 Blauhelm-Soldaten sind seit Beginn der Mission 2013 gestorben. Darunter zwei Deutsche, die mit einem Hubschrauber abgestürzt sind.


Warum ist die deutsche Bundeswehr in Mali?

Ziel der Minusma-Mission ist die Unterstützung des Friedensabkommens. Die Soldaten sollen helfen, die Region zu stabilisieren und einen Beitrag zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus leisten. Ziel der EUTM ist es, das malische Militär auszubilden.

 

Wie entwickelt sich der Einsatz?

Seit 2013 wurden im Rahmen der EUTM fast 12 000 malische Soldaten ausgebildet. Das stelle einen beachtenswerten Erfolg dar, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Insgesamt verlangten die Bemühungen zur Stabilisierung der Region allerdings einen langen Atem. Mali-Experte Andrew Lebovich vom European Council on Foreign Relations erklärte, trotz internationaler Militäreinsätze und Hunderten Millionen Euro für Malis Regierung und die Sicherheitskräfte verschlechtere sich die Lage. Sicherheitskräfte seien zudem für Übergriffe auf die Bevölkerung verantwortlich, was es den Dschihadisten erleichtere, Rekruten anzuwerben.


Wie viel kostet der Einsatz Deutschland?

Seit 2013 wurden rund 669 Millionen Euro für die Bundeswehr veranschlagt. In der gleichen Zeit bekam Mali von Deutschland rund 446 Millionen Euro an Entwicklungsgeldern.

 

Welche Lösungsansätze gibt es?

Die Denkfabrik International Crisis Group warnte im Juni vor neuem Aufruhr, der sich entlang der nigerisch-malischen Grenze entwickele. Dschihadistische Gruppierungen nutzen demnach die Instabilität Malis aus. Die Denkfabrik kritisiert, dass sich die internationalen Kräfte zu sehr auf den Anti-Terror-Kampf fokussiert hätten. Sie rät den Regierungen und internationalen Partnern - vor allem Frankreich - die militärischen Operationen einem Ansatz unterzuordnen, der mehr auf humanitärer Unterstützung und Dialog auch mit den Militanten beruht.

 


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