Von Stetten: viele positive Reaktionen auf Auftritt bei Markus Lanz

Leipzig/Künzelsau  Der Hohenloher CDU-Politiker Christian von Stetten forderte eine stärkere Einbindung von Friedrich Merz. Thema in der TV-Sendung war auch die Kanzlerfrage.

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Christian von Stetten. Foto: Archiv/dpa

Der Hohenloher CDU-Politiker Christian von Stetten führt als Chef des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) die wohl einflussreichste Abgeordnetengruppe innerhalb der Unionsfraktion. Seine Worte werden also gehört, zumal von Stetten klar für eine deutlich stärkere Führungsrolle von Friedrich Merz eintritt.

Am Vorabend des Parteitags in Leipzig war von Stetten nun zu Gast in der Fernsehsendung von Markus Lanz - und forderte erneut eine Einbindung von Merz. 

Er habe bereits viele positive Reaktionen auf seinen Auftritt bei Lanz bekommen, sagte von Stetten unserer Redaktion am Freitagmorgen in Leipzig. Es sei ganz offensichtlich, dass Merz einen großen Rückhalt bei Wählern habe, und die CDU könne auf seine Wirtschaftskompetenz einfach nicht verzichten. Er mahnte zudem ein klareres inhaltliches Profil seiner Partei an. 

 „Beziehungskrise“ innerhalb der CDU

Von Stetten hatte aus seiner Enttäuschung nach der Niederlange von Friedrich Merz beim Parteitag 2018 in Hamburg nie einen Hehl gemacht. Damals hatte sich Annegret Kramp-Karrenbauer gegen Merz und Jens Spahn durchgesetzt. 

Stetten sprach bei Lanz von einer „Beziehungskrise“ innerhalb der CDU. Zahlreiche Konservative hätten die Lust am „Zusammenleben“ mit den Moderaten um Bundeskanzlerin Angela Merkel und AKK verloren. Er betonte in der Sendung: „Ich glaube, dass es diesem Land und meiner Partei nicht so gut geht, dass man auf Friedrich Merz verzichten könnte.” Von Stetten bezeichnete den Vorschlag der JU, per Mitgliederbefragung über den Kanzlerkandidaten der CDU abstimmen zu wollen, einen „Wink mit dem Zaunpfahl“. Offenbar auch hier mit Blick auf die Popularität von Merz. 

Von Stetten fühlt sich bestärkt

Und wie sieht es nun mit der Kanzlerkandidatenfrage aus? Von Stetten schließt nicht aus, dass die SPD nach der Kür ihres Parteivorsitzendenduos aus der GroKo ausscheiden wird. Entscheidet dann der CDU-Parteivorstand über die Kanzlerfrage? Der Welt-Journalist Robin Alexander meinte bei Markus Lanz, dann käme es auf die Fraktion an - und hier ist eben von Stettens PKM eine Macht. Was wäre also, wenn Merz tatsächlich ein Kandidat der Fraktion wäre?

Robin Alexander: „Wenn die CDU/CSU sich auf Herrn Merz einigt, muss er ja noch im Bundestag gewählt werden. Wo käme denn die Mehrheit her? Die FDP wäre sicherlich dabei – das reicht aber nicht für eine Mehrheit." Eine geheime Wahl von AfD-Politikern für einen CDU-Kanzler würde ihn jedenfalls „massiv stören“, erklärte hier von Stetten, in diesem Fall seien Neuwahlen anzustreben. 

Viel Spekulation bei Markus Lanz, aber von Stetten fühlt sich durch positive Reaktionen bestärkt. Die Rufe nach Friedrich Merz werden auch nach diesem Parteitag in Leipzig nicht verhallen.  


Hans-Jürgen Deglow

Hans-Jürgen Deglow

Chefkorrespondent in Berlin

Hans-Jürgen Deglow ist seit Januar 2017 bei der Heilbronner Stimme.

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