Teilnehmer illegaler Autorennen sollen in Haft

Düsseldorf/Heilbronn  Ein kurzer Blick zum Nebenmann, dann Vollgas - wer rast schneller? Lebensgefährliche illegale Autorennen sollen nach einer Initiative aus Nordrhein-Westfalen härter bestraft werden.

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Teilnehmer illegaler Autorennen sollen nach dem Willen Nordrhein-Westfalens mit Haftstrafen und dem Verlust ihres Fahrzeugs rechnen müssen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat NRW mit Unterstützung aus Hessen dem Bundesrat vorgelegt. Die Länderkammer soll am Freitag darüber beraten, die endgültige Entscheidung liegt später beim Bundestag. Zuerst berichtete die „Rheinische Post“ am Dienstag über die Initiative. Laut der Zeitung haben Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern schon Zustimmung signalisiert. 

Bislang ist die Beteiligung an illegalen Rennen eine Ordnungswidrigkeit, die mit 400 Euro und einem Monat Fahrverbot bestraft wird. Veranstalter müssen mit 500 Euro rechnen. „Das ist wirklichkeitsfremd. Denn Raserei ist russisches Roulette, allerdings ist der Spieleinsatz das Leben der anderen“, sagte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) der „Rheinischen Post“. 

 

BMW-Fahrer rasen mit Tempo 100 durch Heilbronn

In Heilbronn lieferten sich am Wochenende zwei Autofahrer ein illegales Rennen. In der Nacht auf Samstag rasten zwei  junge BMW-Fahrer  mit nahezu 100 Stundenkilometern auf der Allee. Die Männer aus den Regionen Ludwigsburg und Böblingen unterhielten sich kurz an der Ampel am Wollhaus, dann rasten sie nach Polizeiangaben mit quietschenden Reifen davon.

Eine Steife des Polizeireviers Heilbronn fuhr zufällig vorbei und beobachtete, wie die Fahrer auf Höhe der Moltkestraße über den leicht erhöhten Gleiskörper der Stadtbahn schanzten. Die Polizisten hielten die Fahrer durch den Einsatz von Blaulicht an. Die jungen Männer zeigten sich recht uneinsichtig. Ihr Verhalten wird zur Anzeige gebracht. Beiden droht ein Bußgeld von jeweils 400 Euro, ein Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte im Verkehrszentralregister. 

 

Laut dem NRW-Vorschlag würden illegale Autorennen künftig als eine Straftat im Strafgesetzbuch aufgeführt. Als Strafe sollen drei Jahre Haft drohen - sogar zehn Jahre, wenn jemand schwer verletzt oder gar getötet wird. Der hohe Strafrahmen wird damit begründet, dass ein illegales Rennen mehrerer Teilnehmer noch gefährlicher sein kann als zum Beispiel die Trunkenheitsfahrt eines Einzelnen. 

Außerdem könnten damit gegen beharrliche Mitglieder der Szene lange Freiheitsstrafen verhängt werden, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden dürfen. Und: Solche Raser seien besonders nachhaltig mit dem Einziehen ihrer Fahrzeuge zu beeindrucken -deshalb soll auch die Wegnahme möglich sein. Selbst Autobesitzer, die den Wagen nicht selbst gefahren haben, sollen das befürchten müssen. Ein Führerscheinentzug für sechs Monate bis fünf Jahre soll die Regel werden. 

Illegale Autorennen haben schon mehrfach tödliche Folgen gehabt: Ende Mai verurteilte das Kölner Landgericht einen Renn- Raser , der einen Radfahrer totgefahren hatte, zu zwei Jahren und neuen Monaten Haft. In einem anderen Fall mit tödlichem Ausgang schickte es die Raser aber mit Bewährungsstrafen nach Hause. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Auch andere Todesfahrer kamen schon glimpflich davon. Da ein illegales Rennen bislang nur eine Ordnungswidrigkeit ist, müssen für die Strafbarkeit andere Paragrafen wie fahrlässige Tötung oder Körperverletzung herangezogen werden. dpa/red

 

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