Müssen Sie husten? Das könnte HIV sein!

Gesundheit  Dr. Google ist wenig vertrauenswürdig: Die Selbstdiagnose mittels Internet erbringt laut einer Studie zu zwei Drittel falsche Ergebnisse.

Von Valerie Blass
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Hartnäckiger Schnupfen oder eine Hautrötung im Gesicht: Wer solche Symptome im Internet eingibt, um seinen Gesundheitszustand selbst zu bestimmen, landet mitunter schnell bei einer abenteuerlichen Diagnose. So erfuhr die Autorin nach nur vier Klicks, bei denen Geschlecht, Alter, allgemeine Befindlichkeit und der seit Längerem anhaltende Husten abgefragt wurden: "Wir konnten folgende mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden ermitteln: chronische Bronchitis, Lymphdrüsenkrebs, eine HIV-Infektion." Oh Schreck.

Dutzende Online-Portale versprechen Nutzern eine rasche medizinische Diagnose zu jeder Tages- und Nachtzeit. 42 000 Medizin-Apps gibt es laut einer Erhebung der Universität Freiburg von 2014 weltweit, dazu weitere 66 000 Anwendungen für den Bereich Gesundheit&Fitness. NetDoktor, apotheken.de oder Onmeda.de sind einige der bekanntesten deutschen Portale.

Eine umfassende Studie von deutschen Symptom-Analyse-Tools gibt es bislang nicht. Für den englischsprachigen Raum hat ein Forscherteam der amerikanische Elite-Uni Harvard in einer internationalen Untersuchung 23 Symptom-Checker unter die Lupe genommen. 770 Diagnosen und Empfehlungen werteten die Forscher aus. Das Ergebnis ist ernüchternd: In zwei Drittel aller Fälle war die Diagnose falsch.


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