Bundeswehr-Piloten trainieren in ADAC-Hubschraubern

Berlin  Die Truppe bezahlt für Flugstunden. Der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner nennt die Verfügbarkeit von Maschinen katastrophal.

Von Hans-Jürgen Deglow und dpa
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Tobias Lindner (rechts). Foto: Oliver Dietze (dpa)

Angesichts des Trainings von Bundeswehr-Piloten in ADAC-Hubschraubern hat der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner den Zustand der Helikopterflotte der Truppe scharf kritisiert. Es sei zwar besser, Piloten auf Hubschraubern des ADAC auszubilden, als gar kein Flugtraining vorzunehmen, sagte Lindner der Heilbronner Stimme.

„Aber die Tatsache, dass man auf Maschinen von Dritten zurückgreifen muss, zeigt natürlich, dass die Verfügbarkeit von Hubschraubern in der Bundeswehr nach wie vor katastrophal ist“, betonte der Grünen-Politiker. fügte hinzu: „Dieses Problem ist mindestens seit Ende 2014 bekannt. Es ist ein Armutszeugnis, wenn auch drei Jahre später bei neuen Typen wie dem NH90 teilweise weniger als ein Drittel der Hubschrauber tatsächlich einsatzbereit sind.“

21 Millionen vom Verteidigungsministerium für den ADAC

Die Bundeswehr lässt ihre Piloten wegen des schlechten Zustands ihrer Helikopterflotte künftig auch in ADAC-Hubschraubern trainieren, wie der „Spiegel“ zuvor berichtet hat.

Für rund 21 Millionen Euro hat das Verteidigungsministerium demnach 6500 Flugstunden per Vertrag beim Automobilclub eingekauft. Ab März 2018 sollen Bundeswehrpiloten am Truppenstandort im niedersächsischen Bückeburg auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC 135 für ihre Basisausbildung oder zum Erhalt von Fluglizenzen Stunden abfliegen. 

ADAC: Keine Rettungshubschrauber der Luftrettung im Einsatz

Grund der Notmaßnahme sei: Sowohl die erst vor einigen Jahren eingeführten Militärhubschrauber vom Typ "Tiger" als auch der NH90 leiden unter technischen Ausfällen und stehen nicht oft genug für Ausbildungsflüge zur Verfügung. Auf den ADAC-Hubschraubern solle vor allem der Instrumentenflug geübt werden, wird das Wehrressort zitiert. Militärisch werden die Piloten weiterhin auf Helikoptern der Bundeswehr ausgebildet.

„Im Prinzip können wir eine Zusammenarbeit bestätigen. Zu Details und Umfang machen wir keine näheren Angaben“, sagte ein Sprecher der ADAC SE, die als europäische Aktiengesellschaft organisiert ist. Es würden aber keine Rettungshubschrauber der gemeinnützigen ADAC-Luftrettung eingesetzt.

Die zivilen Helikopter für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr würden von der ADAC Luftfahrt Technik GmbH in Bonn-Hangelar zur Verfügung gestellt. Diese arbeitet nach eigenen Angaben schon als Dienstleister für mehrere Polizei-Hubschrauberstaffeln.

 


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