Sexismus in der Daily Soap

Die #MeToo-Debatte findet Einzug in die Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Von Anke Waschneck

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Ab heute spielt sich bei der Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Montag bis Freitag, 19.40 Uhr, RTL) eine Geschichte rund um sexuelle Belästigung ab.   Foto: MG RTL D

Seit langem schreibt sich die Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Montag bis Freitag, 19.40 Uhr, RTL) auf die Fahnen, ernste und gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen. Zuletzt war etwa die häusliche Gewalt thematisiert worden. Ab heute bahnt sich ein neues, in der Öffentlichkeit viel diskutiertes Thema an: Bei dem RTL-Dauerbrenner heißt es jetzt #MeToo.

Seit jeher wollen sich die "GZSZ"-Macher nah am bundesdeutschen Alltag bewegen. Da grenzwertige, tragische oder dramatische Ereignisse vielen Menschen täglich passieren, wird mit der Serie immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Dass nun "MeToo" bei "GZSZ" zum Thema wird, ist keinesfalls alleine den Entwicklungen und Skandalen der vergangenen Monate zuzuschreiben, wie die Verantwortlichen erklären. Sie betonen, man habe die Geschichte rund um die sexuelle Belästigung schon letzten Frühsommer für die Daily-Soap geschrieben.

Produzentin Petra Kolle erläutert, das Geschlechterverhältnis sei abgesehen von der aktuellen Debatte um bestimmte Persönlichkeiten ein sehr weites Themenfeld. "Zwar hat sich im letzten Jahrhundert die rechtliche und tatsächliche Situation der Frauen verbessert, dennoch leben wir nach wie vor in einer sexistischen Gesellschaft." Da zum täglichen Sexismus auch Übergriffe gehören würden, prangere "GZSZ" das "ebenso an, wie es die MeToo-Debatte tut".

In der Daily-Soap wird es Lilly (Iris Mareike Steen) treffen, der ihr Doktorvater Oliver Brückner (Florian Stiehler) eindeutig zu nahe kommt. Ab der heutigen Folge nimmt der Handlungsstrang langsam seinen Lauf und wird über mehrere Wochen weitergesponnen. Die Schauspielerin äußert die Hoffnung, "dass mehr Menschen frühzeitig den Mut haben, nein zu sagen und sich zu wehren" - und das generell und branchenübergreifend.

"Wenn sich weniger Menschen solche Dinge gefallen lassen, dann gibt es hoffentlich auch weniger Menschen, die sich trauen, so widerlich zu sein", fügt Iris Mareike Steen hinzu. Auch Petra Kolle betont, sie freue sich, dass "GZSZ" zum öffentlichen Diskurs beitragen könne, "indem wir zeigen, wie unsere Protagonistin Lilly sich erfolgreich gegen die Übergriffe wehren kann".

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Lilly (Iris Mareike Steen) wird sexuell von ihrem Doktorvater belästigt.   Foto: MG RTL D
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Wie nah darf ein Doktorvater seiner Studentin kommen?   Foto: MG RTL D
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Schauspielerin Iris Mareike Steen äußert die Hoffnung, "dass mehr Menschen frühzeitig den Mut haben, nein zu sagen und sich zu wehren" - und das generell und branchenübergreifend.   Foto: MG RTL D
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Lilly (Iris Mareike Steen, rechts) vertraut sich Sunny (Valentina Pahde) an.   Foto: MG RTL D
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"Wenn sich weniger Menschen solche Dinge gefallen lassen, dann gibt es hoffentlich auch weniger Menschen, die sich trauen, so widerlich zu sein", erklärt Iris Mareike Steen.   Foto: MG RTL D
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Lilly (Iris Mareike Steen) ist verunsichert, da ihr Professor Oliver Brückner (Florian Stiehler) eindeutig zu nahe kommt.   Foto: MG RTL D
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Die Produzentin Petra Kolle erklärt, zwar habe sich "im letzten Jahrhundert die rechtliche und tatsächliche Situation der Frauen verbessert, dennoch leben wir nach wie vor in einer sexistischen Gesellschaft". Da zum täglichen Sexismus auch Übergriffe gehören würden, prangere "GZSZ" das "ebenso an, wie es die MeToo-Debatte tut".   Foto: MG RTL D / Bernd Jaworek