Botschaft an Münchner OB Reiter: "Ich trete für die Menschenrechte ein"

Der Münchner OB Dieter Reiter wirft Roger Waters vor, von einer "ungemein mächtigen jüdischen Lobby" zu fantasieren. Der Musiker reagierte mit deutlichen Worten auf die Unterstellungen.

Von teleschau - der mediendienst

Roger Waters
Roger Waters macht mit seiner Israel-Kritik immer wieder Schlagzeilen. Jetzt reagierte er auf Anschuldigungen des Münchner Oberbürgermeisters.   Foto: Carl Court / Getty Images

Vor seinem heutigen Konzert in der Münchner Olympiahalle hat Roger Waters auf Vorwürfe von Dieter Reiter, dem Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt, reagiert. "Der Bürgermeister behauptet, ich würde zunehmend hasserfüllte antisemitische Bemerkungen machen", so Waters in einer Twitter-Botschaft. "Ich trete für die Menschenrechte ein."

Dieter Reiter hatte dem ehemaligen Pink-Floyd-Musiker zuvor in einer Stellungnahme vorgeworfen, er stelle sich "außerhalb all dessen, wofür unsere demokratische, liberale und bunte Stadtgesellschaft steht". Waters unterstütze "antisemitische Boykottkampagnen gegen Israel" und fantasiere von einer "ungemein mächtigen jüdischen Lobby". Reiter bezog sich dabei offenbar auf eine Ansprache, die Waters am Montag bei seinem Konzert in Köln gehalten hatte. Dabei kritisierte der Musiker den Boykott seiner Tour durch mehrere Radiosender, darunter auch WDR und BR.

Wie in einer Aufzeichnung der Ansprache, die Waters bei Twitter postete, zu hören ist, sprach er allerdings lediglich von einer "Lobby, die versucht, meine Karriere zu zerstören", nicht von einer "jüdischen Lobby". Der Musiker distanzierte sich außerdem erneut von jeglichen Antisemitismusvorwürfen und wiederholte seine Forderung, "dass auch Palästinenser Menschenrechte genießen sollen". Wer seine Haltung bezweifle, solle sich sein Werk und sein Leben anschauen. Waters' Vater war 1944 von deutschen Wehrmachtssoldaten in Italien erschossen worden.

Musiker Roger Waters

Roger Waters
Dieter Reiter hatte dem Musiker "zunehmend unerträgliche antisemitische Äußerungen" vorgeworfen, diese allerdings nicht belegt.   Foto: Joerg Koch/Getty Images
Roger Waters
Nach einem Vierteljahrhundert Pause veröffentlichte Roger Waters im vergangenen Jahr mit "Is This The Life We Really Want?" wieder ein Soloalbum. Derzeit stellt er das Werk auf einer umfangreichen Tournee vor.   Foto: Sean Evans
Roger Waters
Roger Waters (rechts) gründete Ende der 60-er die Band Pink Floyd mit.   Foto: Warner