Udo Lindenberg kritisiert lybische Küstenwache

Der bekannte Rockstar unterstützt die Arbeit des Vereins "RESQSHIP e.V. - Zivile Seenotrettung in Europa" und kritisiert die von der EU unterstützte libyschen Küstenwache vor Ort.

Von teleschau - der mediendienst

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Udo Lindenberg nutzt seine Prominenz, um sich für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer stark zu machen.   Foto: Hannelore Foerster / Getty Images

Udo Lindenberg ist nicht nur einer der bekanntesten Rockstars Deutschlands. Er ist auch eine politische Stimme, die Gehör findet. Aktuell macht sich der langjährige Chef des "Panikorchesters", der in einem Hamburger Nobelhotel lebt, für eine Verbesserung des Schicksals der vielen Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste stark. Von dort aus brechen täglich Schlepperorganisationen mit Asylsuchenden in Richtung Italien aus, die oft von der örtlichen Küstenwache abgefangen werden - mit teilweise fragwürdigen, brutalen Methoden. Nun spricht sich der 71-Jährige für eine stärkere Kontrolle der libyschen Küstenwache aus, der immer wieder Verstöße gegen das Menschen-, See- und Völkerrecht zur Last gelegt werden.

Im Speziellen prangert Lindenberg die mangelnde Transparenz bei der Verwendung von EU-Geldern zur Schulung der örtlichen Marine an. Er fordert sogar einen Stopp der Finanzierung aus westlichen Mitteln. Gleichzeitig unterstützt er die Kampagne der Hilfsorganisation "RESQSHIP e.V. - Zivile Seenotrettung in Europa", die sich vor Ort um Opfer kümmert.

"Danke an alle Seenotretter", schreibt der Musiker in einer Unterstützungsbotschaft auf Twitter. "Geil, dass es Euch mutige, großartige Menschen gibt, die sich so voll einsetzen - in dieser kaputten Welt", so Udo Lindenberg. "Last uns zusammenhalten." Die EU hat seit Oktober 2016 rund 200 Millionen Euro in den Aufbau, die Ausbildung und Aufrüstung der sogenannten "libyschen Küstenwache" investiert. Auch laufende Personalkosten werden so finanziert. Nun gibt es Bestrebungen, Zielsetzungen und Methoden der EU-Unterstützung zu hinterfragen. Und es gibt mindestens einen prominenten Mitstreiter mehr.

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Udo Lindenberg ist es wichtig, dass Schutzlose Gehör finden.   Foto: Sascha Steinbach / Getty Images
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Udo Lindenberg kritisiert die EU, die vor Ort in Libyen auf die Kooperation mit fragwürdigen Küstenschutzsoldaten setzt.   Foto: Hannelore Foerster / Getty Images
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Udo Lindenberg, mittlerweile 71 Jahre alt, verfolgt die Auswirkungen der Flüchtlingskrise mit großer Besorgnis.   Foto: Sascha Steinbach / Getty Images
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Udo Lindenberg spricht in einer Internet-Botschaft zivilen Seenotrettern in der Mittelmeerregion seinen Dank aus.   Foto: Hannelore Foerster / Getty Images
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Udo Lindenberg weiß, welche Wirkung seine Worte unter Fans und Unterstützern haben.   Foto: Andreas Rentz / Getty Images for MADLEINE
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Udo Lindenberg macht sich für den Kampf gegen Intransparenz im Umgang mit EU-Geldern in Libyen stark.   Foto: Alexander Koerner / Getty Images